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16.08.07

Umwelt

Künstliche Wolken und Staub als Schutzschild

Um gegen die Erderwärmung zu kämpfen, denken selbst renommierte Forscher an spektakuläre Maßnahmen: Künstliche Wolken und Staubschwaden könnten in der Atmosphäre als Schutzschild gegen die Sonnenstrahlung dienen. Doch das brächte der Erde Dürren.

© A3077_epa_afp
Der Staub des Pinatubo senkte vorübergehend die Erdtemperatur
Der Staub des Pinatubo senkte vorübergehend die Erdtemperatur

Ohne die Erdatmosphäre aufzuheizen, könnte das Licht sofort in den Weltraum reflektiert werden. US-Forscher warnen in den "Geophysical Research Letters" nun aber vor solchen Maßnahmen des "Geoengineering". "Unsere Ergebnisse zeigen, dass vermeintliche Lösungen weitreichende Folgen wie Dürren nach sich ziehen könnten", schreiben Kevin E. Trenberth und Aiguo Dai vom National Center for Atmospheric Research in Boulder (Colorado). Um die Auswirkungen eines künstlichen Vulkanausbruchs und die darauf folgende kühlende Wolkenbildung abzuschätzen, analysierten sie die vorübergehenden Klimaänderungen nach natürlichen Ausbrüchen des El Chichon in Mexiko (1982) und des Pinatubo auf den Philippinen (1991).

Der Pinatubo-Ausbruch, bei dem zehn Kubikkilometer Material in Aschewolken bis in 24 Kilometer Höhe aufstiegen, verringerte die einfallende Sonnenstrahlung global um fünf Prozent. Eine zeitweise Abkühlung von 0,4 Grad Celsius war die Folge. Danach verringerten sich jedoch die Niederschläge in weiten Regionen drastisch, weil weniger Wasser aufstieg. Die Staubpartikel fungieren als Kondensationskerne für die Bildung von Wassertröpfchen. Möglicherweise führte die große Partikelzahl auch dazu, dass die Tropfen winzig blieben und sich nicht abregneten. Derlei Effekte beobachtete man auch bei starkem Smog. Lokale Dürreperioden waren die Folge. Das Gleiche könnte auch nach einem künstlichen Vulkanausbruch geschehen.

Diese Abschätzung belege, dass ein negativer Effekt durch einen anderen ersetzt werden könnte. So warnen nicht nur Trenberth und Dai, sondern zahlreiche Klimaforscher vor einem voreiligen Einsatz des Geoengineering. Denn die Wechselwirkungen von Aerosolen in der Erdatmosphäre und mit dem Klima allgemein sind noch lange nicht ausreichend verstanden.

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