Klimaschutz
Esst mehr Känguruh-Fleisch!
Was Australiens Farmer seit Jahren beklagen, könnte sich künftig als nützlich erweisen: Das rapide Anwachsen der Känguru-Population. Um das Klima zu schützen, raten Experten jetzt zu einer Nahrungsumstellung von Rind- auf Kängurufleisch. Im Unterschied zu den Widerkäuern produzieren Kängurus kein Methan.
Durch die Diskussionen über den Klimawandel werden ständig neue Möglichkeiten zum Schutz gesucht. Auch in Australien werden Vorschläge zur Verbesserungen für die Klimabilanz vorgestellt. Experten des Australian Wildlife Service kommen zu dem Schluss, dass eine Nahrungsumstellung von Rind- auf Kängurufleisch das Klima deutlich verbessern würde.
Der Verzehr von Rindfleisch belastet die Umwelt, da die Wiederkäuer bei der Verdauung das Gas Methan produzieren. Methan ist in einem 100-Jahres-Zyklus ein 21 Mal stärkes Gas als CO2. Der Ausstoß des Treibhausgases ist für das Klima sehr belastend. Experten sehen darin eine Gefahr, da besonders viele Tiere für den täglichen Fleischverzerr der Menschen gezüchtet werden. In Australien, dem kleinsten Kontinent der Welt, sorgen die Kühe gemeinsam mit den Schafherden für elf Prozent der gesamten Treibhausgase.
Eine Umstellung auf Kängurufleisch würde diesen Wert deutlich verringern. Die für Australien typischen Beuteltiere haben eine völlig andere Verdauung als Wiederkäuer und produzieren wesentlich weniger Methan. In den Mägen der Rinder, die wie große Gärreaktoren arbeiten, spalten Bakterien die Zellulose des gefressenen Futters auf. Als Nebenprodukt entsteht dabei das Treibhausgas Methan. Schon lange versuchen Forscher vergeblich den Methanausstoß der Tiere durch spezielle Futtermittel zu reduzieren. Die Methanproduktion einer einzelnen Kuh darf nicht unterschätzt werden. Der Ökonom Harald von Witzke von der Berliner Humboldt-Universität hat jüngts eine Studie für den WWF-Deutschland durchgeführt, die zeigt, dass eine normale Milchkuh die Abgase eines Kleinwagens, der 18.000 Kilometer im Jahr gefahren ist, produziert.
Der australische Wissenschaftler George Wilson regt seine Landsleute dazu an, in Zukunft vermehrt auf die Zucht von Kängurus zu setzen und die Zahl von derzeit 30 Millionen auf 175 Millionen Tiere zu steigern. Die Züchtung der Schafe und Rinder soll im Gegenzug bis 2020 deutlich reduziert werden. Diese Umstellung würde dann 16 Megatonnen Treibhausgasemission einsparen. Das entspricht rund drei Prozent der australischen Gesamtemission. Um nachhaltig wirtschaften zu können, müssen die Bauern künftig klimaneutral arbeiten. Da sie den Methanausstoß nicht regulieren können, ist die Kängurufleischproduktion eine ideale Perspektive.
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