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04.07.08

Innovation

Neue Wege für Strom aus dem Meer

Eine bahnbrechende Innovation könnte in Zukunft den Strom aus dem Meer bringen. Britische Wissenschaftler arbeiten an einer kostengünstigen und umweltschonenden Methode, die durch die Kraft der Meereswellen Strom erzeugen könnte – mit einem simplen Gummischlauch.

© alpha galileo
Computersimulation wie die ¿Anakonda¿ unter Wasser aussehen wird
Computersimulation wie die ¿Anakonda¿ unter Wasser aussehen wird

Eine Entwicklung, bestehend aus einem Gummischlauch, verschlüsselt vermutlich eine kostengünstige Idee der Energiegewinnung aus Meereswellen. Die sogenannte "Anakonda" wurde in Großbritannien erfunden und ist ein bahnbrechendes Konzept zur Energiegewinnung. Durch das sehr einfache Design ist das Gerät günstig in der Herstellung und in der Wartung. Im Vergleich zu anderen Energieumformern ermöglicht die "Anakonda" eine preiswerte und saubere Stromgewinnung aus Meereswellen. Insbesondere die Kosten waren bisher immer die Barriere, an der die meisten Versuche der alternativen Energiegewinnung aus dem Meer scheiterten. Da die "Anakonda" hauptsächlich aus einem Gummischlauch besteht, ist sie wesentlich leichter als die bisherigen Methoden, die meistens aus Metall gebaut wurden. Das reduziert die Herstellungskosten ungemein.

Die neue Entwicklung wurde aufgrund ihres langen "Schwanzes" nach der gleichnamigen Schlage benannt. Sie ist an beiden Enden verschlossen und komplett mit Wasser befüllt. Mit einem Ende ist die "Anakonda" fest über der Meeresoberfläche verankert, das andere tritt den ankommenden Meereswellen entgegen.

Eine ankommende Welle schlägt gegen das lockere Ende, drückt es zusammen und verursacht eine Stauchung innerhalb des Schlauches. Zur gleichen Zeit, wo sich die dadurch verursachte Schwellungswelle innerhalb des Schlauches bewegt, bewegt sich die Welle, die den Vorgang ausgelöst hat, außerhalb weiter und drückt mehr und mehr gegen den Schlauch, wodurch die Stauchung innerhalb weiter zunimmt. Der dadurch entstehende Druck der Schwellungswelle dreht eine Turbine an, die am bodennahen Ende eingebaut ist. Die durch die Kraft der Wellen produzierte Energie wird dann über ein Kabel in das Stormnetz an der Küste eingespeist.

Finanziert vom Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC) und in Zusammenarbeit mit dem Erfinder und Entwickler der "Anakonda” versuchen nun Ingeneure der Universität von Southampton ein Programm zu entwickeln, das die Leistungsfähigkeit der "Anakonda" spezifisch testet. Sie versuchen zu ermitteln, inwieweit die Schläuche normalen, stärkeren und ganz starken Wellen standhalten können. Dazu verwenden sie Schläuche mit den Durchmessern von 0,25 und 0,5 Metern, die sie ihren Testprogrammen unterziehen.

Denn noch ist die "Anakonda" im Anfangsstadium der Entwicklung. Bis jetzt wurde das Konzept nur einfachen Laborwellen ausgesetzt. Wichtige Fragen wie die des potenziellen Ertrages müssen erst noch beantwortet werden.

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