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02.08.07

Innovation

Körperwärme soll künftig den Akku vollmachen

In Zukunft könnten Handys und Computer ohne Strom aus der Steckdose auskommen. Wärmeempfindliche Generatoren nutzen die Temperaturunterschiede des warmen Körpers und seiner Umgebung. Bislang war der Erfolg minimal. Dank leistungsfähiger Schaltungen könnte sich dies bald ändern.

© Fraunhofer IIS
Neue Schaltungen wandeln Körperwärme - etwa die der Hand - in Strom um
Neue Schaltungen wandeln Körperwärme - etwa die der Hand - in Strom um

Forscher vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen haben mit ihren Kollegen von den Fraunhofer-Instituten für Physikalische Messtechnik IPM und für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM eine Methode entwickelt, um die natürliche Körperwärme zur Energiegewinnung zu nutzen.

Grundlage sind thermoelektrische Generatoren (TEG) aus Halbleiterelementen. Die TEGs gewinnen elektrische Energie allein aus der Temperaturdifferenz zwischen heißer und kalter Umgebung.

Normalerweise sind Unterschiede von mehreren zehn Grad notwendig, um ausreichend Strom zu erzeugen. Die Unterschiede zwischen der Außentemperatur des Körpers und seiner Umgebung betragen aber nur wenige Grad.

"Mit solchen Differenzen lassen sich nur geringe Spannungen erzeugen", erklärt Peter Spies, Teilprojektleiter am IIS. Etwa 200 Millivolt liefert ein gewöhnlicher TEG. Für die Versorgung von elektronischen Geräten sind jedoch mindestens ein bis zwei Volt erforderlich.

Für dieses Problem haben die Ingenieure eine Lösung parat: "Wir haben Schaltungen entwickelt, die mit 200 Millivolt auskommen, indem wir verschiedene Bauteile ganz neu kombiniert haben", sagt Spies. "So konnten wir ganze elektronische Systeme bauen, die keine interne Batterie benötigen, sondern allein durch Körperwärme ihre Energie gewinnen."

Dieses System verbessern die Wissenschaftler weiter: Es existieren bereits Schaltungen, die bei 50 Millivolt "anschwingen", wie es in der Fachsprache heißt. Peter Spies glaubt, dass durch weitere Verbesserungen der Schaltsysteme in Zukunft ein Temperaturunterschied von nur 0,5 Grad für die Stromerzeugung ausreichend sein wird.

Die Forscher haben eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten im Visier: "Die Stromerzeugung aus Wärme lässt sich überall dort nutzen, wo eine Temperaturdifferenz auftritt", sagt Spies. "Sei es am Körper, an Heizungen zur Kalkulation der Heizkosten, zur Überwachung der Kühlkette beim Transport gekühlter Güter oder in Klimaanlagen."

Quelle: idw/hem
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