Gesundheit
Koffein verhindert möglicherweise MS
Der Konsum großer Mengen Kaffee verhindert nach Erkenntnissen von US-Forschern möglicherweise das Entstehen von Multipler Sklerose. Darauf deuten Versuche mit Mäusen hin. Eine Australische Studie zeigt zudem, dass koffeinhaltige Getränke nach dem Sport gut für die Muskeln sind.
Koffeingenuss kann möglicherweise Multiple Sklerose verhindern, zumindest im Tierversuch. Über entsprechende Studienergebnisse wird in der neuesten Ausgabe der Annalen der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) berichtet.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Mäuse, die täglich das Äquivalent von sechs bis acht Tassen Kaffee zu sich nahmen, nicht an der Mäuse-Form der MS erkrankten. Forscherin Linda Thompson sprach von einer "aufregenden und total überraschenden Entdeckung", die wichtige Folgen für die Forschung zu MS und Auto-Immunerkrankungen beim Menschen haben könne. Allerdings seien zunächst weitere Studien notwendig.
Thompson schlug vor, als weiteren Schritt MS-Patienten zu ihrem Kaffeekonsum zu befragen. Sollte sich dabei ein Zusammenhang zwischen dem Kaffeetrinken und einem Rückgang der MS-Symptome ergeben, könnten weitere klinische Studien folgen.
Die Ergebnisse einer australischen Untersuchung deuten zudem darauf hin, dass Koffeinhaltige Getränke nach dem Sport gut für die Muskeln sind. Forscher um David J. Pedersen schreiben im "Journal of Applied Physiology", dass Sportler, die mit Koffein angereicherte Getränke getrunken hatten, höhere Glykogenkonzentrationen in ihren Muskeln hatten. Bis zu 66 Prozent mehr Glykogen – dem Energielieferanten der Muskeln – fanden die Wissenschaftler vier Stunden nach dem Ende der sportlichen Aktivität.
Die Wissenschaftler konnten das erste Mal zeigen, dass "die Glykogenkonzentration in den Muskeln sehr stark anstieg, wenn hohe Dosen Koffein zusätzlich zu kohlenhydratreichen Getränken getrunken wurden", so Pedersen.
Allerdings stützen die Forscher ihre Ergebnisse auf vergleichsweise wenige Probanden: Sie hatten sieben Fahrradprofis in mehreren Sitzungen untersucht. Die Sportler mussten auf einem Hometrainer fahren und anschließend kohlenhydratreiche Getränke mit und ohne Koffeinzusatz trinken. In regelmäßigen Abständen wurde danach der Glykogenwert ihrer Muskeln untersucht.
Eine Stunde nach dem Drink stieg der Glykogenwert in den Muskeln bei allen Sportlern gleich stark an. Bei denen, die Koffein getrunken hatten, war der Glykogenspiegel aber vier Stunden später wesentlich höher. Welcher Mechanismus genau hinter der erhöhten Glykogenproduktion nach Koffeingenuss steckt, können die Forscher allerdings noch nicht erklären.
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