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05.07.07

China

Massensterben durch Umweltverschmutzung

In China geraten die Folgeschäden des rasanten Wirtschaftswachstums außer Kontrolle: Knapp eine halbe Million Menschen sterben jährlich an den Folgen verseuchter Luft und verschmutzten Trinkwassers. Aus Furcht vor Unruhen verhindert Peking die Veröffentlichung detaillierter Daten zu Todesfällen.

© AFP
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Chinas Bevölkerung zahlt einen hohen Preis für den Aufstieg des Landes zur Werkbank der Welt. Einer Studie der Weltbank zufolge sterben jährlich etwa 460.000 Chinesen an der Folgen der Umweltverschmutzung.

16 der 20 weltweit am stärksten verschmutzten Städte liegen in China. Die massive Umweltverschmutzung hat Krebs zur häufigsten Todesursache in städtischen Gebieten gemacht. Die Zahl der Krebserkrankungen stieg 2006 in den Städten um 20 Prozent. Rund 350.000 bis 400.000 vorzeitige Todesfälle allein in Chinas Städten werden auf die Luftverschmutzung zurückgeführt.

Der wirtschaftliche Schaden durch Umweltzerstörung und Todesfälle für das Land wird auf 200 bis 400 Milliarden Dollar oder mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes geschätzt. Das entspricht etwa dem jährlichen Wirtschaftswachstum.

Chinas Regierung sind die Zahlen ein Dorn im Auge. Nach Angaben der "Financial Times" hat die Regierung die Weltbank dazu gezwungen, die Todeszahlen aus ihrem aktuellen Umweltbericht über China zu streichen. Angeblich aus Furcht vor Unruhen.

Das chinesische Gesundheitsministerium sowie die staatliche Umweltschutzagentur setzten demnach die Streichung eines kompletten Abschnitts zu den verschmutzungsbedingten Auswirkungen in China durch, der auch Karten zur regionalen Verteilung der Todesfälle enthalten habe. Die Weltbank hatte den Bericht in mehrjähriger Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung zusammengestellt.

Die Weltbank bestätigte in Peking, dass sorgfältig erarbeitete Zahlen über die Auswirkungen der Umweltzerstörung auf die Menschen in China nicht in den Bericht aufgenommen worden seien. Als Grund wurden Unsicherheiten über die Berechnung angegeben. "Der Weltbank wurde gesagt, dass sie die Informationen nicht veröffentlichen könne", sagte ein Berater der Verfasser der Studie. "Es sei zu heikel und könnte soziale Unruhen auslösen."

Die chinesische Zensur spiegelt die Angst der Regierungsbehörden wider - angesichts der wachsenden Zahl lokaler Proteste wegen Umweltverschmutzungen. Die Informationen aus dem Bericht könnten weiteren Ärger provozieren, begründeten die Beamten ihr Eingreifen. Jüngst verstärkte die Regierung ihre Bemühungen für den Umweltschutz. Unter anderem wurde begonnen, die schmutzigsten Industrieanlagen zu schließen und Abgasnormen für Autos anzuheben.

Quelle: Ap/RTR/DPA/BM/OC
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