Insektenwelt
Keiner lebt so tief wie der bleiche Springschwanz
Dass Fische in unglaublichen Tiefen leben können, ist bekannt. Mit den Springschwänzen gibt es jetzt Herausforderer aus der Insektenwelt.
Das Meer nimmt einen riesigen Teil der Biosphäre ein, dennoch ist über keinen Lebensraum so wenig bekannt. Die erste umfassende Volkszählung in den Meeren rund um den Globus versucht, einen Überblick zu geben. Zu den neuen Funden in den Meeren gehört dieser Drachenfisch, der sogar Zähne auf seiner Zunge hat. Der Tiefseefisch lebt am liebsten dort, wo es kalt und dunkel ist.
In einer zwei Kilometer tiefen Höhle von Georgien haben Forscher kleine, bleiche Springschwänze entdeckt. Es sind nach Angaben des russisch-spanischen Teams die am tiefsten lebenden Insekten, die bislang gefunden wurden.
Die Biologen identifizierten gleich vier neue Arten in der Krubera-Woronja-Höhle in Georgien. Rafael Jordana und Enrique Baquero von der Universität von Navarra in Pamplona (Spanien) präsentieren die Tiere im Journal " Terrestrial Arthropod Reviews ".
Die nun entdeckten Springschwänze zeigen besondere Anpassungen an die dunkle, nährstoffarme Tiefe: So sind sie augenlos und haben einen extrem gut entwickelten chemischen Sinn. Eine der neuen Arten mit dem wissenschaftlichen Namen Plutomurus ortobalaganensis fand sich in einer Tiefe von 1980 Metern. Damit ist das Tier das am tiefsten lebende Insekt, das bisher bekannt wurde.
Die Krubera-Woronja-Höhle ist mit einer Tiefe von mindestens 2191 Metern die tiefste natürliche Höhle der Welt. Sie liegt im westlichen Kaukasus, in der unabhängigen georgischen Republik Abchasien. Die Forscher hatten die Springschwänze bei einer Expedition im Sommer 2010 entdeckt.
An Land lebende Würmer und Bakterien sind schon aus größeren Tiefen bekannt: In den vergangenen Jahren fanden Forscher im Bohrwasser aus südafrikanischen Goldminen bereits Bakterien und winzige Fadenwürmer in mehr als drei Kilometern Tiefe. In den Meerestiefen leben zahlreiche Tiere in Regionen unter drei Kilometern.
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