Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
23.02.12

Neue Erbgutanalyse

Männer werden wohl doch nicht aussterben

Das vermeintlich starke Geschlecht kann aufatmen: Entgegen früherer Aussagen ist der Mann wohl doch nicht dem Untergang geweiht. Das belegt eine Erbgutanalyse.

ddp/DDP

Ungefähr die Hälfte aller 40jährigen Männer ist von "erektiler Dysfunktion" betroffen, im Volksmund besser bekannt als Erektionsstörung. Die Ursachen können sowohl physischer, als auch psychischer Natur sein. Dementsprechend ist das bekannte Potenzmittel Viagra nicht immer zur Behandlung - oder Behebung - geeignet.

7 Bilder

Männer sterben wohl doch nicht aus: Das für sie spezifische Y-Chromosom geht einer Erbgutanalyse zufolge doch nicht langsam zugrunde - wie zuvor von einigen Experten vermutet.

Tatsächlich habe es bei den Vorfahren des Menschen in den Millionen Jahren der Evolution mehrfach einen rapiden Genverlust auf dem Chromosom gegeben, schreiben US-Forscher im Fachblatt "Nature". In den vergangenen 25 Millionen Jahren sei es aber zu keinem wesentlichen Schwund mehr gekommen.

Der Mensch besitzt 46 Chromosomen in den Kernen fast aller seiner Zellen. 44 dieser Chromosomen treten jeweils als Paar auf, die beiden übrigen sind die Geschlechtschromosomen X und Y. Frauen besitzen zwei X-Chromosomen, Männer ein X- und ein Y-Chromosom.

Anders gesagt: Das Y-Chromosom kommt nur bei Männern vor, es trägt viele Gene, die für die Ausbildung männlicher Merkmale verantwortlich sind. Das Y-Chromosom ist somit auch das einzige im Erbgut, das kein gleichartiges Gegenstück besitzt. Gene, die auf dem Y-Chromosom liegen und abhanden kommen, sind verloren.

Forschern zufolge sind die Geschlechtschromosomen vor 200 bis 300 Millionen Jahren aus "normalen" Chromosomen hervorgegangen. Fünf Mal kam es seitdem zu massiven Umbildungen des Y-Chromosoms, die mit einem Genverlust einhergingen.

Jennifer Hughes vom Massachusetts Institute of Technology (Cambridge/US-Staat Massachusetts) und ihre Mitarbeiter sequenzierten nun das Y-Chromosom des Rhesus-Affen, genauer gesagt die Region, auf denen die Gene für die männlichen Merkmale liegen, MSY genannt. Sie verglichen die Ergebnisse dann mit den bereits vorliegenden Daten vom Menschen und vom Schimpansen.

Durch den Vergleich der Y-Chromosomen konnten die Forscher dessen Entwicklung rekonstruieren. Denn während die gemeinsame Entwicklung von Menschen und Schimpansen erst vor rund 6 Millionen Jahren endete, trennten sich die Entwicklungslinien von Altwelt-Affen - wie dem Rhesus-Affen - und dem Menschen schon vor rund 30 Millionen Jahren.

Es zeigte sich, das es in den vergangenen 25 Millionen Jahren beim Menschen nur zu einem Genverlust in der Region kam, die zuletzt umgebildet wurde, dem sogenannten Stratum 5. Diese Region macht nur drei Prozent der gesamten "männerspezifischen" MSY-Region aus.

Strata 1 bis 4 hatten sich nach einem rapiden anfänglichen Genschwund bereits stabilisiert, bevor die menschliche Entwicklungslinie vom Rhesus-Affen abzweigte.

Quelle: dpa/oc
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Krebs
Impfung gegen Krebs

Forscher wollen Tumore künftig mit Vakzinen besiegen.

Video Nachrichten mehr
Kenia Explosion erschüttert Einkaufzentrum in Nairobi
Großrazzia Polizei verhaftet italienische Fußballprofis
Filmpreis Haneke mit "Goldener Palme" in Cannes…
Sicherheitsrat UN verurteilt Massaker in Syrien
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Berlin

Bunter Straßenumzug zum 17. Karneval der Kulturen

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote