Vielfalt
Im Meer leben viel weniger Fischarten als gedacht
Obwohl Ozeane 70 Prozent der Erdoberfläche bedecken, tummeln sich in ihnen viel weniger Tierarten als in Bächen, Flüssen und Seen.
Der Enteropneustwurm wechselt zwischen den Farben Gelb, Rosa und Violett.
Riesige Schwärme von Fischen, buntes Treiben am Korallenriff, bizarre Lebewesen in der Tiefsee – die Artenvielfalt im Meer scheint geradezu unermesslich. Tatsächlich aber ist genau das Gegenteil der Fall: Die Meere sind im Vergleich zum Land eher artenarme Lebensräume.
Denn obwohl Ozeane mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche bedecken, leben nur etwa 20 Prozent aller Tierarten darin. US-Forscher vermuten, dass für diese Artenarmut im Meer möglicherweise frühe Massensterben mitverantwortlich sind. Sie stellen ihre Untersuchung in den "Proceedings B" der britischen Royal Society vor.
Um zu klären, warum es so wenig Fische im Meer gibt, hatten Greta Carrete Vega und John Wiens von der Stony Brook University (Stony Brook/US-Staat New York) die Artenvielfalt vom Fischen untersucht. Dabei konzentrierten sie sich auf die größte Fischgruppe überhaupt, jene der sogenannten Strahlenflosser (Actinopterygii). Mehr als 95 Prozent aller Fischarten gehören dieser Klasse an – einige Arten leben im Meer, andere in Flüssen und Seen.
Die letzteren beiden werteten die Wissenschaftler in ihrer Analyse als einen terrestrischen Lebensraum. Mit diesem Kunstgriff wollten Vega und Wiens innerhalb einer Tierklasse die Artenvielfalt im Meer und an Land miteinander vergleichen.
Das Ergebnis: In beiden Lebensräumen leben etwa gleich viele Fischarten. Im Meer sind es 14736, "an Land” 15149. Angesichts des immensen Unterschiedes in Größe und Volumen zwischen den Ozeanen einerseits sowie den Bächen, Strömen und Seen andererseits bestätigte die Auswertung also zunächst, dass es im Meer tatsächlich deutlich weniger Arten gibt.
Die Forscher fanden weiter, dass in beiden Lebensräumen die meisten Arten evolutionsgeschichtlich gesehen relativ jung sind. Alle heute im Meer lebenden Arten stammen zudem von Vorfahren ab, der im Süßwasser gelebt hatte, schreiben die Wissenschaftler weiter. Dies deute darauf hin, dass es im Verlauf der Evolution im Meer möglicherweise zu mehreren Massensterben kam, bei denen ein Großteil der Arten ausstarb.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Gigantische Vielfalt: Anzahl unentdeckter Arten ist astronomisch hoch
- Biodiversität: Tausend neue Tierarten in Neuguinea entdeckt
- Biologie: Der Erde steht ein sechstes Artensterben bevor
- Umwelt: Trotz neuer Arten – Vielfalt extrem gefährdet
- Artenvielfalt: Seltenste Delfinart akut vom Aussterben bedroht
- Klimaerwärmung: Warum die Fischbestände im Nordatlantik profitieren
-
10:25Nach Massaker: EU-Staaten erwägen Ausweisung syrischer Botschafte...
-
10:15Israel-Besuch: Gauck besorgt über Haltung vieler Deutscher zu...
-
09:38Staatsbesuch in...: Gauck nennt Irans Atom-Ambition "konkrete Gefahr"
- 1. EM-Kader Löw schickt Cacau, Draxler, ter Stegen und Bender heim
- 2. Auktion Elvis Presleys Grabstätte wird versteigert
- 3. Befreit Deutsches Mädchen in Bosnien acht Jahre als Sklavin gehalten
- 4. Wettmanipulationen Großrazzia erschüttert den italienischen Profi-Fußball
- 5. Mit Droge getötet Mutmaßlicher Darkroom-Mörder gesteht weitere Taten














