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09.02.12

Biologie

90 Prozent der "Wildlachse" sind gezüchtet

In kalifornischen Gewässern hopsen viele und gesunde Königslachse herum. Dabei sind nur noch etwa zehn Prozent dieser Fische Wildtiere.

picture-alliance / maxppp/picture-alliance / PHOTOPQR/L'ES

Seefische wie die Dorade liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Diese sind lebensnotwendig, können vom eigenen Körper allerdings nicht produziert werden.

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Die zum Laichen in den kalifornischen Mokelumne-Fluss zurückkehrenden Königslachse erscheinen gesund und zahlreich. Daher entsteht der Eindruck einer gesunden Population. Dabei sind nur noch etwa zehn Prozent dieser Fische Wildtiere – die übrigen stammen aus einem künstlichen Zuchtprogramm. So werde der Rückgang der natürlichen Population verdeckt, schreiben Forscher um Rachel Johnson von der University of California in Santa Cruz. Ihre Untersuchung steht im Journal "PLoS One”.

Die Königslachse (Oncorhynchus tshawytscha) sind bei Hobbyanglern und Berufsfischern beliebt. Der damit einhergehende starke Druck auf die Tiere ließ viele Bestände zusammenbrechen. Daher gibt es zahlreiche Programme, um Lachse oder andere Fische künstlich zu vermehren.

Die so gewonnenen Setzlinge werden dann ins Wasser entlassen, wenn auch die natürlich vermehrten Fische in Richtung Meer schwimmen. Die Rückkehrer ziehen in die Flüsse zurück und vermehren sich dort. Woher soll man aber wissen, welcher Köningslachs natürlichen Ursprungs ist und welcher aus einer Zuchtanlage stammt? Schließlich lassen sich nicht alle Zuchtfische markieren.

Johnson und ihre Kollegen stützten sich daher auf eine Isotopen-Analyse der Ohrknochen der Lachse. Isotope sind Varianten eines chemischen Elementes, die sich in der Zahl ihrer Kernbausteine unterscheiden.

Im Zuge des Wachstums werden die chemischen Elemente aus der Nahrung – etwa Schwefel – in den Körper eingebaut. Zuchtlachse erhalten mit der Nahrung mehr von einem bestimmten Schwefelisotop als natürlich aufgewachsene Artgenossen, und dieser Unterschied lässt sich auch nach langer Zeit – also im erwachsenen Fisch – noch nachweisen.

Das Team sammelte und untersuchte auf diese Weise rund 1300 Lachse aus dem Mokelumne-Fluss. Hinzu kamen die Daten von Vergleichsfischen aus Wildnis und Zucht. Dabei zeigte sich: Nur rund zehn Prozent der Fische sind natürlichen Ursprungs.

"Es sieht aus wie eine gesunde Population, die zum Laichen kommt, aber die Realität ist, dass sich die Bestände ohne die Zuchtfische nicht erhalten können”, erklärte Johnson in einer Mitteilung. "Wir hatten laichende Zuchtfische erwartet, aber ihre schiere Zahl in der Natur ist überraschend.”

Quelle: dpa/cl
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