Zustandsbericht
Brandenburgs Wälder sind Deutschlands gesündeste
Ein Drittel Deutschlands ist Wald – und dem geht es wieder etwas schlechter. Die Baumkronen sind insgesamt im vergangenen Jahr lichter geworden. Am wenigsten gefährdet sind die Wälder in Brandenburg.
Der Brandenburger Wald ist der Gesündeste in Deutschland. Nur neun Prozent der Waldfläche in der Mark weise deutliche Schäden auf, hieß es im Waldzustandsbericht 2011, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Die kränksten Bäume wachsen dem Bericht zufolge in Thüringen und Hessen. Hier seien jeweils 36 Prozent mit deutlichen sichtbaren Schäden gezählt worden.
Insgesamt hat sich der Zustand des deutschen Walds hat sich 2011 im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert. Mittlerweile zeigt jeder vierte Baum (28 Prozent) in Deutschland deutliche lichtere Kronen. Das entspricht einem Anstieg um fünf Prozentpunkte.
Die Verschlechterung des Waldzustands geht vor allem auf Probleme bei den Buchen zurück. Dort werden Kronen durch eine üppige Bildung von Früchten immer lichter. "Dieser natürliche Prozess dient der Fortpflanzung, bremst aber den Holzzuwachs und führt zu einer vermehrten Baumkronenverlichtung", erklärte das Ministerium. Mehr als 90 Prozent der Buchen im fortpflanzungsfähigen Alter trugen demnach 2011 Bucheckern.
Dagegen hat sich die Eiche hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erholt. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen verringerte sich um zehn Punkte auf 41 Prozent. In Brandenburg bleibt die Eiche der am stärkste betroffenen Baum – 34 Prozent des Bestand sind erkrankt.
In etwa unverändert blieb in ganz Deutschland der Zustand der Fichten (27 Prozent Schäden) und der Kiefern (13 Prozent Schäden). Die am wenigsten belastete Baumart in Brandenburg ist dem Bericht zufolge die Kiefer – mit fünf Prozent deutlich beschädigter Bäume.
Weniger Bäume mit leichten Schäden
Der Zustand der Wälder wird vor allem anhand der sogenannten Kronenverlichtung gemessen, des Nadel- oder Blattverlustes. Die Verlichtung sei ein empfindlich auf äußere Merkmale reagierendes Signal. Laut Bericht lässt sich darauf jedoch nicht unmittelbar auf die Wirkung einzelner Faktoren wie Schadstoffe oder Insektenbefall schließen.
Experten sprechen von einer deutlichen Kronenverlichtung, wenn die Bäume mehr als 25 Prozent weniger Blätter oder Nadeln tragen als gesunde Bäume. Leichte Schäden an der Baumkrone hatten der Erhebung zufolge 35 Prozent aller Bäume. 2010 waren noch 39 Prozent aller Bäume in dieser Kategorie. Dort finden sich Bäume mit Kronenverlichtungen zwischen 11 und 25 Prozent.
Ein Drittel der Landesfläche in Deutschland besteht aus Wald. Die häufigsten Baumarten in Deutschland sind die Nadelbäume Fichte (28 Prozent) und Kiefer (24 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (15 Prozent) und Eiche (10 Prozent). Der Zustand des Waldes wird bundesweit seit 1984 jährlich von den Ländern erhoben. Die Erhebung basiert auf einem Netz von Stichproben.
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