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20.12.11

Statistische Analyse

Gefahr schwerer Erdbeben nicht größer als früher

Eine Untersuchung aller starken Erdbeben zwischen 1900 und 2011 zeigt: Die weltweite Rate schwere Erdbeben hat nicht zugenommen.

Infografik WELT ONLINE

Wenn sich im Untergrund gewaltige Spannungen aufbauen.

7 Bilder

Weltweit betrachtet ist das Risiko schwerer Erdbeben heute nicht größer als in vergangenen Jahrzehnten. Zu diesem Schluss kommen US-Forscher nach einer Analyse aller starken Erdbeben seit 1900.

Ihre Untersuchung widerspreche der zuvor von einigen Experten geäußerten Befürchtung, die Rate schwerer Beben nehme zu, schreiben die Wissenschaftler in den Proceedings der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Peter Shearer und Philip Stark von der University of California (San Diego und Berkeley/US-Staat Kalifornien) hatten sich aus den Archiven alle Erdbeben ab Stärke 7,0 herausgesucht, die es zwischen 1900 und 2011 gegeben hatte. Sie prüften dann mit verschiedenen statistischen Verfahren, ob die Verteilung einem zufälligen Muster entspricht.

Die Auswertung ergab, dass - global betrachtet - das Auftreten schwerer Erdbeben ab einer Stärke von 8,0 einer Zufallsverteilung entspricht. Seit 2004 habe es zwar mehrere Starkbeben gegeben, zu einer ähnlichen Häufung sei es aber auch im Zeitraum von 1950 bis 1965 gekommen.

Zudem habe die Häufigkeit etwas kleinerer Beben nicht zugenommen. Es sei bisher keine physikalische Erklärung denkbar, nach der es zwar zu einer Häufung starker, nicht aber zu einer Häufung schwächerer Beben komme.

Problematisch bei der statistischen Analyse sei, dass die Rate schwerer Beben insgesamt sehr gering ist. Seit 1900 habe es nur 16 Erdbeben mit einer Stärke von 8,5 oder darüber gegeben, nur 5 hätten eine Stärke von über 9,0 erreicht.

Die Forscher weisen darauf hin, dass trotz des global nicht gestiegenen Risikos in einigen Regionen die Gefahr eines schweren Bebens erhöht scheint - etwa in Chile, Japan oder auf Sumatra. Dort hatte es in jüngerer Vergangenheit starke Erdbeben gegeben.

Quelle: dpa/oc
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