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18.10.11

Ilse Aigner

Das Haltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln bleibt

Der Begriff des Mindesthaltbarkeitsdatums auf Lebensmittelverpackungen wird in Deutschland nicht geändert. Politiker der schwarz-gelben Koalition hatten mit der englischen Variante "best before..." geliebäugelt, was so viel bedeutet wie "am besten vor..."

© dpa
Neuer Haltbarkeitshinweis auf Lebensmitteln erwogen
Mindesthaltbarkeitsdatum – dieser Hinweis steht in der Kritik. Politiker befürchten, dass abgelaufene, aber noch verzehrbare Lebensmittel zu früh weggeworfen werden

Das Bundesverbraucherministerium plant eigenen Angaben zufolge keine Änderung beim Mindesthaltbarkeitsdatum. "Auch eine Abschaffung steht für uns nicht zur Diskussion", sagte der Sprecher von Ministerin Ilse Aigner (CSU) in Berlin.

Hintergrund sind Berichte über Vorschläge aus der schwarz-gelben Koalition, zur Eindämmung der Mengen weggeworfener Lebensmittel eine andere Formulierung oder Regelung zu finden. Die Vorschriften zum Mindesthaltbarkeitsdatum und zum Verbrauchsdatum seien auf EU-Ebene einheitlich geregelt.

Das Ministerium sehe jedoch Aufklärungsbedarf bei Herstellern, Handel und Verbrauchern zum richtigen Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum, da oft bereits mit oder sogar vor Ablauf des Datums Lebensmittel weggeworfen werden, sagte der Sprecher.

Hinweise, auch zur Rolle des Mindesthaltbarkeitsdatums vor dem Hintergrund von jährlich 6,5 bis 20 Millionen Tonnen weggeworfener Lebensmittel in Deutschland, erwartet das Ministerium von einer nationalen Wegwerfstudie. Mit Ergebnissen wird 2012 gerechnet.

In der Koalition hatte es Überlegungen gegeben, den Begriff Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmittelverpackungen zu streichen und durch einen anderen Hinweis zu ersetzen. Wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtet, solle dies bewirken, dass die Deutschen weniger Nahrungsmittel in den Müll werfen. Der Vorsitzende des Ernährungsausschusses des Bundestages, Hans-Michael Goldmann (FDP), hatte auf den englischen Verzehr-Hinweis "best before..." verwiesen, was so viel bedeute wie "am besten vor...".

Der Ausschussvorsitzende Hans-Michael Goldmann (FDP) hatte der Zeitung gesagt, falls eine Ursache für das häufige Wegwerfen von Lebensmitteln in der Bezeichnung liege, könne eine Umbenennung die Verschwendung verringern. Auch der parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherministerium, Peter Bleser (CDU), wies darauf hin, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Verfallsdatum sei: "Jeder Hersteller baut ein Sicherheitspolster ein." Die Verbraucher müssten besser über die Bedeutung der Datumsangabe aufgeklärt werden.

In Deutschland werden nach Recherchen des Journalisten Valentin Thurn pro Jahr 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Zugleich hungern nach den jüngsten Zahlen der Welt-Ernährungsorganisation etwa 925 Millionen Menschen.

Quelle: dpa/epd/nbo
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