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21.09.11

Nutztiere

Genvariante lässt Rinder zu Riesen heranwachsen

Kälber, die ein bestimmtes Gen tragen, sind schon bei der Geburt schwerer als ihre Artgenossen. Dabei lagern sie weniger Fett und mehr Muskeln an.

GEH

Gefährdet: das Schwere Warmblut. In ihrer ursprünglichen Heimat Oldenburg sind sie nur noch sekten zu bewundern. Nachzuchten gibt es noch in Polen und auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Insgesamt gibt es noch 1211 Tiere.

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Forscher des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie (FBN) haben nach eigenen Angaben erstmals eine Genvariante bei Säugetieren identifiziert, die für stärkeres Wachstum vor und nach der Geburt verantwortlich ist.

Rinder mit der Variante 442 Methionin im NCAPG-Gen produzierten in großen Mengen die Aminosäure Arginin , sagte die Leiterin der Arbeitsgruppe, Christa Kühn. Die Folge davon sei, dass neben dem größeren Wachstum auch weniger Fett eingelagert werde. Diese Forschungsergebnisse könnten weitreichende Folgen für die Züchtung von Nutztieren haben.

Die Unterschiede zwischen den Trägern des Gens und denen ohne diese Variante zeigten sich schon bei der Geburt. Während ein normales Kalb im Schnitt 42 Kilo wiegt, wogen die Tiere mit der Genvariante im Schnitt bis zu 3 Kilo mehr. Im Alter von 18 Monaten brachten sie rund einen halben Zentner mehr auf die Waage. "Vor allem beim Einsetzen der Pubertät zeigten sich enorme Effekte", sagte Kühn.

Die Forschungen erfolgten an Kreuzungen aus Rindern der Rassen Deutsche Charolais, die für ihre gute Fleischqualität bekannt sind und Deutsche Holstein als typische Milchrinder.

"Es muss einen Schalter geben, der die Futterenergie in verschiedene Richtungen lenk t", schilderte Kühn den Ausgangspunkt der Forschungen an den insgesamt 450 Tieren. Um eine vergleichbare Population mit gleichen Umwelteinflüssen zu erhalten, wurden alle Embryonen in Holstein- Mutterkühe transferiert.

Individuell füttern und behandeln

Mit Hilfe dieser Erkenntnisse sei es künftig möglich, mit den Futterressourcen effizienter umzugehen, meinte Kühn. So könnte bei Jungbullen, mit deren Sperma teils mehrere Tausend Rinder erzeugt werden, eine spezielle Genanalyse gemacht werden.

So werde vermieden, dass Tiere gezüchtet werden, die aus ihrem Futter hauptsächlich Fett produzieren, das dann meist nur entsorgt wird. Zudem könne wie in der Arzneimittelforschung, in der personalisierte Medikamente eine immer größere Rolle spielten, auch in der Tierzucht die "personalisierte Ernährung" Einzug halten.

Der Effekt von Arginin in der Ernährung sei aber nicht neu, sagte Kühn. "Auch Bodybuilder mixen es in ihre Drinks, damit sie ein höheres Muskelwachstum haben und weniger Fett einlagern." Studien weisen darauf hin, dass das Gen auch für eine unterschiedlich stark ausgeprägte Wachstumsförderung beim Menschen verantwortlich ist.

Quelle: dpa/db
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