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20.09.11

Phobie

Unter Jugendlichen geht die Angst vor Menschen um

Wer bei Kontakt mit anderen Menschen Panik bekommt, leidet unter einer psychischen Erkrankung – in Deutschland ist jeder achte Jugendliche betroffen.

© pa
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Etwa jeder achte Jugendliche hat einer Studie zufolge Angst vor anderen Menschen. "Soziale Phobien sind bei Heranwachsenden zwischen 14 und 20 Jahren weit verbreitet", berichteten Frankfurter Psychologen.

Circa fünf bis zehn Prozent aller Jugendlichen erkranken dem Projektteam zufolge im Laufe ihres Lebens daran. Wer auf dem Land lebt, hat weniger Angst als Städter, Jungs sind seltener betroffen als Mädchen.

Mitarbeiter der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität haben für ihre repräsentative Studie über 600 Schüler in Frankfurt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg befragt.

Sie wurden unter anderem gefragt, ob sie Angst vor der Begegnungen mit Menschen haben oder sich vor Situationen fürchten, in denen Leistungen von ihnen erwartet wird. Bei 13 Prozent der Befragten fanden sie Hinweise darauf, dass eine soziale Phobie vorliegt.

Viele Heranwachsende hätten "dauerhafte und übertriebene Angst vor Begegnungen mit anderen, insbesondere ihnen nicht bekannten Menschen, sowie vor Leistungsanforderungen. Deshalb vermeiden sie Situationen, die soziale Begegnungen und Leistungen von ihnen verlangen", erklärte die wissenschaftliche Geschäftsführerin der Verhaltenstherapieambulanz, Regina Steil.

Mit 10,6 Prozent ist der Anteil "hoch-sozial-ängstlicher" Schüler auf dem Land geringer als in der Stadt, wo es 17 Prozent sind. Unterschiede zwischen den Schulformen stellten die Forscher nicht fest.

Die soziale Phobie sei eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter, wobei sie mit einem hohen Risiko für einen vorzeitigen Schulabbruch einhergingen, so Steil.

"Die gute Nachricht ist, dass soziale Phobien erfolgreich behandelt werden können", sagte Steil. Um herauszufinden, welche Therapieform am wirksamsten ist, schließt sich nun eine Therapieforschungsstudie an, für die noch Patienten gesucht werden.

Quelle: dpa/epd/oc
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