Süddeutschland
Japanische Buschmücke breitet sich immer weiter aus
Neue Risiken durch exotische Moskitos: In Süddeutschland breitet sich die Japanische Buschmücke von Lörrach bis zum Bodensee aus – Experten warnen vor Krankheiten.
Von Justin Pietsch
Forscher am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg haben Sindbis-Viren bei Culex-Mückenarten (l.) in Baden-Württemberg gefunden. Auch die Tigermücke (r.) wurde bereits in Deutschland nachgewiesen. Der eingewanderte Blutsauger überträgt Krankheiten wie Dengue-Fieber oder den West-Nil-Virus.
Die japanische Buschmücke, die Enzephalitis- und Fieber-Viren übertragen kann, breitet sich nach Expertenangaben in Süddeutschland immer mehr aus.
"Von Lörrach bis zum Bodensee ist das stechende Insekt aus Asien nachgewiesen worden", sagte der Direktor der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (KABS), Norbert Becker.
Anlass war eine Konferenz zu exotischen Stechmücken in Speyer. mit mehr als 80 Experten aus fast allen europäischen Ländern. Thema: Gefahren von eingewanderten Stechmücken sowie deren Bekämpfung.
"Wir haben die japanische Buschmücke in Höhenmetern von bis zu 1000 Metern entdeckt", sagt Becker. In 50 von 155 untersuchten Gemeinden sei die Stechmücke identifiziert worden. Sie kann Viren übertragen - und damit Krankheiten wie die Enzephalitis (Hirnentzündung) und West-Nil-Fieber.
Der Mückenforscher glaubt, dass die Buschmücke über den Warenhandel nach Deutschland gekommen ist, vermutlich auf Containern. Mittlerweile habe sie sich in Deutschland etabliert. "Aus Korea, Japan und China ist sie gemäßigtes Klima gewöhnt. Da hatte sie es leicht, sich anzupassen."
Globalisierung und Klimawandel begünstigen Ausbreitung
Gründe für die Mückenmigration sieht der Experte vor allem in der Globalisierung. "Durch die Warenströme und die erhöhte Mobilität der Menschen gelangt die Mücke nach Deutschland", erläuterte Becker.
Auch die wärmeren Sommer, die der Klimawandel mit sich bringt, begünstigten die Ausbreitung der exotischen Insekten. Nach Beckers Angaben gibt es in Deutschland 47 herkömmliche Mückenarten – die japanische Buschmücke ist Nummer 48. " Aber auch die bereits in Deutschland lebenden Mücken können Krankheiten übertragen ", warnt er.
Eine weitere exotische Mückenart - Nummer 49 - versucht ebenfalls, in Deutschland heimisch zu werden: Der asiatische Tigermoskito, der laut Becker vermutlich über Touristen hierher gelangt ist.
"Der hat sich in Deutschland aber noch nicht fest etabliert." Der Tigermoskito kann Dengue-Fieber und Chikungunya-Fieber übertragen .
"In Europa sind bereits einige Dengue-Fälle registriert worden", sagte Becker. Das seien aber noch Einzelfälle. Für Deutschland sei bisher kein Fall gemeldet worden.
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