Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
21.02.11

Psychologie

Was am besten gegen schwere Aufschieberitis hilft

Fleiß ist eine deutsche Tugend – heißt es. Doch unter vielen Studenten grassiert eine Krankheit: die Aufschieberitis. Ein paar Tricks können dagegen helfen.

© pa
vertraeumt_DW_Wissenschaft_Muenchen.jpg

Viele Studenten dürften das kennen: Die Prüfung rückt näher, doch nichts geht voran. Statt zu lernen, spülen sie lieber Geschirr ab, schreiben E-Mails, surfen auf Facebook herum. Kurz vor dem Klausurtermin setzt die Panik ein und zwingt einen zu chaotischen Nachtschichten.

Prokrastination heißt dieses Phänomen in der Fachsprache. Dagegen hilft es, beim Lernen in kleinen Schritten vorzugehen. Denn mit einer Salamitaktik lässt sich der innere Schweinehund am besten überlisten.

Es klingt vielleicht nach einem Luxusproblem, wenn Studenten ihre Zeit vertändeln. Für Betroffene ist es das aber keineswegs, wie Prof. Fred Rist von der Uni Münster beobachtet hat. "Viele leiden erheblich unter ihrem Aufschiebeverhalten", sagt der Psychologie, der sich seit Jahren mit dem Thema befasst.

Chronisches Aufschieben kann der Studienkarriere schaden: Abgabetermine werden versäumt, oder der Bücherberg wächst, bis er nicht mehr zu bewältigen ist. Die Folge: Studenten haben permanent ein schlechtes Gewissen und sind unzufrieden mit sich selbst. "Daraus kann sich eine Depression entwickeln", sagt Rist. Um Betroffenen zu helfen, hat er 2009 an der Uni Münster eine Spezialambulanz für Prokrastinationsfälle eingerichtet. Dort lernen Studenten, sich realistische Ziele zu stecken, pünktlich anzufangen und ihre Arbeitszeit effizient zu nutzen.

Auch der Psychologe Hans-Werner Rückert kennt das Problem gut. Er leitet die psychologische Beratungsstelle für Studenten an der FU Berlin und hat ein Buch zum Thema geschrieben. "Viele Menschen haben tiefer sitzende Probleme, die zu einem Aufschieben führen", sagt er. Das könne eine verkappte Depression sein, übertriebener Perfektionismus oder Angst vor der Beurteilung durch andere. Kleine Tricks können dabei helfen, das Problem besser in den Griff zu bekommen.

Aufschieberei ist weit verbreitet Viele Studenten leiden unter "Aufschieberitis". Das zeigt eine repräsentative Studie der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Die Forscher haben 736 Studenten zu ihrem Lernverhalten befragt. Das Ergebnis: 58 Prozent schieben regelmäßig Arbeit vor sich her, 60 Prozent weichen ihr aus, indem sie stattdessen etwa Fenster putzen oder telefonieren.

Mehr Informationen zum Thema:

Quelle: dpa/oc
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Krebs
Impfung gegen Krebs

Forscher wollen Tumore künftig mit Vakzinen besiegen.

Video Nachrichten mehr
Kenia Explosion erschüttert Einkaufzentrum in Nairobi
Großrazzia Polizei verhaftet italienische Fußballprofis
Filmpreis Haneke mit "Goldener Palme" in Cannes…
Sicherheitsrat UN verurteilt Massaker in Syrien
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Berlin

Bunter Straßenumzug zum 17. Karneval der Kulturen

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote