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04.01.11

Astronomie

Sonnenfinsternis-Party in Berlin fällt aus

Eine partielle Sonnenfinsternis war am Dienstag auch über Deutschland zu sehen. Allerdings nicht in Berlin, es waren zu viele Wolken am Himmel. In Braunschweig riss die Wolkendecke hingegen pünktlich auf.

dapd

In Deutschland war am Dienstag eine teilweise Sonnenfinsternis zu beobachten. In fast ganz Europa, Nordafrika und Westasien war die Sonne teilweise vom Mond verdeckt. Über Albershausen im Landkreis Göppingen konnte man das gut sehen.

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Zwischen 9 und 9.30 Uhr schob sich der dunkle Neumond vor die Sonnenscheibe am Morgenhimmel und verdeckte bis zu drei Viertel von ihr. Das kosmische Schattenspiel war von ganz Europa bis nach Afrika und Asien zu beobachten – vorausgesetzt, das Wetter spielte mit. Das war aber beispielsweise in Hessen nur in wenigen Fällen wie auf dem rund 881 Meter hohen Feldberg der Fall. "Abhängig ist das von der Höhenlage", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In weiten Teilen Hessens trübte dagegen dichter Morgendunst den Blick.

Von Berlin aus war nichts zu sehen. Der bedeckte Himmel machte einen Strich durch die Rechnung. Eine Veranstaltung in der 1896 gegründeten Archenhold-Sternwarte im Treptower Park, die über das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt verfügt, wurde abgesagt. In Berlin erreichte die Bedeckung der Sonne durch den Mond um 9.26 Uhr mit 73,8 Prozent ihr Maximum, um 10.52 Uhr war die Sonnenfinsternis vorüber.

Auch in Hamburg war die Sonnenfinsternis hinter einer dicken Wolkendecke versteckt. Bereits bei Sonnenaufgang um 8.34 Uhr war die Sonne zu einem Fünftel vom Mond verdeckt, sodass es nicht richtig hell wurde, wie die Astrophysikerin Natascha Rudolf von der Hamburger Sternwarte sagte. Mit bloßem Auge konnte man allerdings nur beobachten, dass sich der Himmel etwas verdunkelte, sagte Rudolf. Eine rund zwei Kilometer dicke Wolkendecke erstreckte sich nach Angaben des DWD den ganzen Vormittag über das gesamte Hamburger Stadtgebiet und weite Teile Norddeutschlands.

In Braunschweig dagegen konnten Himmelsbeobachter überraschend einen guten Blick auf die Sonnenfinsternis genießen. Pünktlich zum berechneten Höhepunkt der partiellen Finsternis um 9.30 Uhr riss die Wolkendecke auf und die Sonne war sichelförmig zu sehen. "Das war ein wirklich schöner Abschluss, nach den schlechten Aussichten, die wir heute Morgen hatten", sagte Sven Krzoska von den Sternfreunde Hondelage. Das Besondere an dieser Sonnenfinsternis sei gewesen, dass die Sonne bereits verdeckt aufgegangen sei. "Natürlich hätte der Blick noch besser sein können, aber wir können zufrieden sein", resümierte Krzoska.

Freie Sicht gab es vor allem in Süddeutschland. So beobachteten auf der Bayerischen Volkssternwarte München rund 100 Menschen das Naturschauspiel. Auch im Osten – zum Beispiel im Erzgebirge auf der Sternwarte Drehbach – konnten rund 20 Besucher gegen 9.30 Uhr die Sonne als Sichel sehen. In Nordrhein-Westfalen hatten die rund 30 Besucher der Bochumer Sternwarte Glück: "Pünktlich zwischen 9.10 und 9.15 Uhr kriegten wir eine Lücke", sagte der Direktor Thilo Elsner.

Ein perfekter Blick auf eine Sonnenfinsternis war insgesamt aber selten. Astronomen hatten für Norddeutschland wegen tiefer Wolken nur mit einer Wahrscheinlichkeit der Sichtbarkeit von 10 bis 30 Prozent gerechnet.

In Deutschland stieg die Sonne bereits "angeknabbert" über den Horizont. Der Moment der größten Bedeckung schwankte je nach Ort zwischen 9.18 Uhr (München) und 9.27 Uhr (Berlin). Der Mond verdeckte dann in Frankfurt am Main mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Sonnenscheibe, in Hamburg und Berlin sogar knapp drei Viertel (74 Prozent). Am besten war die Verdunkelung der Sonnenscheibe unweit der nordschwedischen Stadt Skellefteå zu beobachten. Dort betrug der Deckungsgrad fast 80 Prozent.

Drei Mal wird es in diesem Jahr noch eine partielle Sonnenfinsternis geben: am 1. Juni, 1. Juli und 25. November. Doch keins dieser Ereignisse ist von Berlin aus zu sehen. Im Jahr 2022 findet das nächste astronomische Spektakel dieser Art statt, das bei günstigem Wetter auch von Berlin aus zu beobachten sein wird. Astronomen warnen bei Sonnenfinsternissen davor, ohne spezielle Sonnenfinsternis-Schutzbrillen direkt in die Sonne zu schauen – schwere Augenschäden bis hin zur Erblindung drohen.

Quelle: dpa/dapd/sh
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