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26.05.10

Umwelt

Mutierte Pilze bedrohen Weizenernten weltweit

Ein mutierter Pilz droht den Weizen in der ganzen Welt zu vernichten - behaupten Forscher. Der Pilz kommt aus Afrika und verbreitet sich mit dem Wind.

pa/Okapia

Köpfchenschimmel (Mucor mould fungus).

6 Bilder

Ein mutierter Pilz könnte nach Überzeugung von Wissenschaftlern Weizenernten in der ganzen Welt in Gefahr bringen. Mutierte Stämme des Pilzes, der Ug99 genannt wird, stammen aus Afrika, drohen sich aber bis nach Asien und darüber hinaus auszubreiten, wie die Vereinigung Borlaug Global Rust Initiative (BGRI) nun in St. Petersburg im Vorfeld einer Konferenz bekannt gab.

"Die neuen Mutationen, die im vergangenen Jahr in Afrika identifiziert wurden, werden den Weizen angreifbarer machen, da die Erreger sich durch den Wind in ganz neue Gegenden ausbreiten können", erklärte BGRI.

Die Studie, welche die Mutationen feststellte, wurde an der Universität von Free State in Südafrika erarbeitet und soll auf der Achten Internationalen Weizenkonferenz in St. Petersburg vorgestellt werden. Ug99 ist eine Variante des gefürchteten Getreiderosts, der die Pflanzen umknicken lässt und ganze Ernten innerhalb kurzer Zeit vernichten kann. Der Erreger verbreitet sich über Wind. Er wurde vor zehn Jahren in Afrika entdeckt und wanderte seither bis in den Jemen und den Iran.

Die neuen Pilzstämme bedeuteten eine "schwere Herausforderung", sagte Getreideexperte David Hodson von der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) dem BGRI-Bericht zufolge. Die dichtbesiedelten und armen Länder Südasiens seien bedroht, langfristig könne der Pilz auch Australien und Nordamerika erreichen.

Ug99 "droht sich in andere weizenproduzierende Regionen in Afrika und Asien auszubreiten – und später in die ganze Welt", warnt Arun Kumar Joshi, ein Wissenschaftler eines in Mexiko angesiedelten Getreideforschungszentrums.

"Die Bedrohung ist in Südasien besonders akut, wo 20 Prozent der Weltweizenproduktion für 1,4 Milliarden Menschen hergestellt werden", fügte Joshi hinzu. Weizen macht 30 Prozent der Weltgetreideproduktion aus und liefert laut BGRI 20 Prozent der Kalorien, welche die gesamte Menschheit täglich zu sich nimmt.

Quelle: AFP/OC
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