225. Geburtstag
Karl Drais – Der Mann, der das Fahrrad erfand
Diese Idee katapultierte die Welt in ein neues mobiles Zeitalter: Im Jahre 1817 machte Karl Freiherr von Drais eine geniale Erfindung – er entwickelte das weltweit erste Zweirad – in Anlehnung an seinen Namen "Draisine" genannt. Am 29. April wäre der Tüftler 225 Jahre alt geworden.
Von Sophia Seiderer
Das Laufrad wurde auch bald in anderen Ländern zum Renner. In England nannte man es "Pedestrian Hobby Horse" oder "Dandy Horse". Durch das abwechselnde Abstoßen der Füße vom Boden waren die Fahrer dreimal schneller als Fußgänger.
Karl Drais heißt der Urvater des Zweirads. Nach ihm wurde auch im Jahr 1817 das erste Modell benannt - die "Draisine", ein Laufrad. Der Vorläufer des heutigen Fahrrads hatte keine Pedale, der Fahrer musste sich vom Boden abstoßen. Das Gestell, sowie Lenker und Reifen des ersten Modells waren aus Holz gefertigt.
Der Idee kam dem Erfinder Drais, als die Ernteausfälle in den Jahren 1816/17 zu Hungersnöten führten und die Haferpreise in die Höhe kletterten: Pferde, die ein Fahrzeug ziehen konnten, wurden plötzlich zum Luxusgut, ein "pferdeloses" Fahrzeug musste her. Ein Holzrad war eine billige Alternative.
Karl Drais, der mit vollem Namen Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn hieß, wurde am 29. April 1785 in Karlsruhe als Sohn eines Oberhofrichters geboren. Bevor er sich den Zweirädern und anderen Erfindungen widmete, studierte er Landwirtschaft, Baukunst und Physik. Im Anschluss wurde er zunächst Forstmeister. Doch bereits ein Jahr später wurde er freigestellt, um weiter an seinen Erfindungen zu tüfteln. Im Jahr 1818 ernannte ihn Großherzog Carl zum Professor für Mechanik.
Nicht nur das Zweirad zählt zu der Liste der Draischen Erfindungen: Er entwickelte 1821 die erste Tastenschreibmaschine für 25 Buchstaben, einen Klavierrekorder, einen Holzsparherd und neben der Draisine auch einen Wagen mit vier Rädern, der erst über eine Tretmühle und später über eine Kurbelwelle zwischen den Hinterrädern verfügte. Diese nannte er "Fahrmaschine".
Die Jungfernfahrt mit seiner "Draisine" oder dem "Veloziped" führte ihn von Mannheim nach Schwetzingen ins Relaishaus. Später bot er auch öffentliche Fahrten an, um sein Laufrad bekannter zu machen. Um die Leute zu locken, gab es zusätzlich immer eine Fernfahrt von Karlsruhe nach Kehl im August. In Zeitschriften schrieb er über seine Ideen und Tüfteleien.
Für sein Zweirad erhielt er am 12. Januar 1818 ein "Großherzogliches Privileg", das mit einem heutigen Patent vergleichbar ist. Jede Draisine musste von da an eine Lizenzmarke auf der Lenkstange haben.
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