Winter in Deutschland
Kuriosum – Zugvögel legen den Rückwärtsgang ein
Montag, 15. März 2010 09:58Der strenge Winter hat zu einem Kuriosum am Bodensee geführt: Zugvögel haben auf dem Weg zu ihren Brutplätzen im Norden wieder kehrtgemacht und bevölkern nun die Seeregion. Dort sind derzeit Vogelarten wie Singdrosseln, Feldlerchen und vor allem Kiebitze anzutreffen, die eigentlich längst in anderen Regionen sein sollten.

Foto: pa
Zugvögel ziehen die Notbremse und machen auf ihrem Weg nach Norden eine Kehrtwende.
„Vögel haben die Fähigkeit, die Notbremse zu ziehen und den Rückwärtsgang einzulegen“, sagte der Konstanzer Vogelschutzexperte Harald Jacoby am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht des „Südkuriers“. Experten nennen das einen Umkehrzug der Vögel auf ihrem Weg aus Südeuropa oder Nordafrika nach Nordeuropa.
Gegen den Sturm zu fliegen hätte zu viel Energie erfordert, erläuterte Jacoby. Und auf den hartgefrorenen Böden im Norden hätten die Vögel kaum Nahrung gefunden.
Dass sich die Zugvögel je nach Temperatur wieder zurückziehen, gehöre zu ihrer Überlebensstrategie. „Aber in dieser Heftigkeit ist es wirklich sehr selten“, meinte der Experte der Naturschutzorganisation NABU.
So sind auf den verschneiten Wiesen und in Gärten am Bodensee jetzt Vogelarten anzutreffen, die sonst in der ersten Märzhälfte längst wieder in der Heimat sind und ihre Jungen aufziehen. Dazu gehören die Singdrosseln, die Feldlerchen und vor allem die Kiebitze.
Erschienen am 12.03.2010
















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