Medienspektakel
China feiert Fahndungserfolg gegen Hacker
Mittwoch, 10. März 2010 15:41Seit den Hacker-Vorwürfen durch Google steht die chinesische Regierung unter Druck. Nun will sie offenbar Entschlossenheit im Kampf gegen Internet-Gangster demonstrieren. Laut staatlichen Medien hat die Polizei die "größte Trainingswebseite für Hacker" geschlossen. Die Meldung hat allerdings einen Schönheitsfehler.

Das Vorgehen liegt allerdings bereits mehr als zwei Monate zurück. Die Schließung und die Festnahmen wurden schon Anfang Januar und damit vor Ausbruch des Streits um Google in lokalen Zeitungen berichtet, ohne dass nationale Medien sie allerdings aufgegriffen hatten. Damals war auch nicht von „der größten Trainingswebseite“ die Rede.
Chinas Regierung hatte die Google-Vorwürfe, dass der raffinierte Hacker-Angriff auf den Konzern aus China stammte, zurückgewiesen und beteuert, China sei selbst das größte Opfer solcher Attacken. Seither hat die Berichterstattung in den staatlich kontrollierten Medien des Landes über solche Fälle stark zugenommen. Das hatte offenbar auch die Polizei in Wuhan bewegt, den alten „Black Hawk“-Fall am Wochenende noch einmal vorzubringen und zur „größten Trainingswebseite“ hochzustilisieren.Die Webseite hatte Programme und Hilfe für Hacker angeboten. Seit 2005 habe „Black Hawk“ 12.000 Mitglieder gewonnen, die sieben Millionen Yuan (750.000 Euro) an Beiträgen bezahlt hätten, berichtete „China Daily“. Mehr als 170.000 Nutzer hätten sich registriert. Die Polizei habe seit 2007 ermittelt, als Mitglieder mit einem Angriff auf das Internet in der Stadt Macheng und einem Erpressungsversuch auf ein Internet-Café in Verbindung gebracht worden seien.
„Ich konnte von der Webseite Trojaner herunterladen, die es mir erlaubten, Computer anderer Leute zu kontrollieren“, sagte ein 23 Jahre altes „Black Hawk“-Mitglied laut „China Daily“. Kurse hätten 100 bis 2000 Yuan (10 bis 214 Euro) gekostet. „Ich habe das nur aus Spaß gemacht, kenne aber auch andere Mitglieder, die ein Vermögen mit Angriffen auf Konten anderer Leute gemacht haben.“ Reuters/lwErschienen am 08.02.2010
















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