Verbraucherschutz
Berliner Kopfsalat am stärksten belastet
Freitag, 29. April 2011 15:38Greenpeace hat bei einer Untersuchung von 36 Proben von Kopfsalat und Rucola in 29 Fällen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden. Die Umweltschutzorganisation erstattete Anzeige gegen das Unternehmen Tengelmann. In einer Berliner Filiale habe man einen Salat gekauft, dessen Genuss zur gesundheitlichen Gefährdung führen könne.

Insgesamt 21 Kopfsalate und 12 Rucola-Proben aus konventionellem Angebot seien nicht empfehlenswert, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace in Hamburg mit. Die betroffene Ware stamme überwiegend aus Italien, ein Kopfsalat auch aus Deutschland. Besonders stark belastet seien Proben aus Italien und Belgien. Deutsche und spanische Proben schneiden besser ab. Bioware sei dagegen kaum belastet.
Die Umweltschützer erstatteten Anzeige gegen das Unternehmen Tengelmann, da in
einem in Berlin-Friedrichshain angebotenen Kopfsalat bei einem Pestizid die
„akute Referenzdosis“ überschritten worden sei. Der Verzehr könne zur
gesundheitlichen Gefährdung besonders von Kindern führen.
Tengelmann wollte sich zunächst nicht äußern, sondern den Fall erst prüfen.
„Unser Test zeigt, dass nur ein Kopfsalat und drei Rucola-Proben aus
konventionellem Anbau unbelastet sind. Das sind zu wenige“, sagte der
Chemie-Experte von Greenpeace, Manfred Santen. Im Winter sei das Risiko von
Belastungen bei Blattsalaten größer als im Sommer. „Sie werden in
Treibhäusern zumeist überdüngt und stark gespritzt."
Greenpeace kritisierte, dass zunehmend mehrere Pestizide parallel eingesetzt würden, um die Überschreitung der Höchstmenge bei einem einzigen Stoff zu vermeiden. „Auf einigen Salatblättern werden bis zu 15 verschiedene Pestizide gefunden“, sagte Santen. Es forderte eine lückenlose staatliche Kontrolle.
Greenpeace-Mitarbeiter hatten im Januar in fünf Supermärkten in Berlin-Friedrichshain sowie in Hamburg, Köln, Bonn, Dresden, München und im Frankfurter Raum Kopfsalate und Rucola gekauft. Ein spezialisiertes Labor habe die Proben auf mehr als 350 Pestizidrückstände geprüft. Auffällige Befunde seien in einem zweiten und ebenfalls für diese Untersuchungen zertifizierten Labor überprüft worden.
Weiterführende Informationen im Internet: http://dpaq.de/Rg4lX
dpa/oc
Erschienen am 02.02.2010
















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