Schweinegrippe
Ärzte wollen Massenimpfung neuen Schub geben
Donnerstag, 10. Dezember 2009 13:43 - Von Basil WegenerDie Sorgen wegen der Schweinegrippe scheinen bei vielen Menschen zu schwinden. Jetzt bleiben die Bundesländer auf den Impfstoffen sitzen. Millionen Dosen solle nun bis nach Afghanistan verkauft werden. Doch gleichzeitig warnen Bundesregierung und Ärzte die Bürger davor, das Grippe-Virus zu unterschätzen.

In Deutschland lassen sich zunehmend weniger Menschen gegen die Schweinegrippe
impfen. Die Bundesländer suchen bereits Abnehmer für überzähligen Impfstoff.
Mehr als zwei Millionen Dosen sollen ins Ausland gehen. Auf den Kosten für
nicht gebrauchtes Serum bleiben die Länder sitzen.
Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als gingen Impfwillige reihenweise leer
aus. „Die Lieferung war in einzelnen Bundesländern völlig chaotisch“,
kritisiert der Präsident des Verbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram
Hartmann. Nicht alle könnten geimpft werden, musste Rösler beim ersten
Impfgipfel vor einem Monat berichten.
Eine Grippe schlägt in Wellen zu. „Von einem Wellental soll man sich nicht
täuschen lassen“, mahnt Rösler. Auch der Präsident des Robert
Koch-Instituts, Jörg Hacker, tritt trotz regional stagnierender Fallzahlen
gegen Entwarnung ein.
Epidemiologen sagen, schon im Januar oder noch im Frühjahr könne die nächste
Welle kommen - und möglicherweise eine schwerere. Denn dann könne sich das
Virus auch schon teilweise verändert haben und gefährlicher wirken. Bislang
ist die Schweinegrippe mit 86 Toten bei 190.000 gemeldeten und etlichen
nicht registrierten Fällen etwas weniger schlimm als die saisonale Grippe.
Die Bundesländer plagt das Problem, dass sie die Kosten für nicht geimpftes Serum tragen müssen, wie Rösler bekräftigt. Es dürfte noch Gegenstand von Verhandlungen werden, wie mit möglicherweise Millionen überzähliger Dosen umgegangen werden soll.
2,2 Millionen Impfdosen sollen an andere Staaten abgegeben werden. Die Ukraine, Moldawien und andere osteuropäische und baltische Staaten haben Interesse, auch Afghanistan ist im Gespräch. Möglicherweise verhandeln die Länder auch mit dem Hersteller Glaxosmithkline darüber, eigentlich schon bestellten Impfstoff doch in andere Staaten zu liefern, heißt es.
Erschienen am 08.12.2009
















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