Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
04.12.09

Nationale Sicherheit

Jeder Türke erhält eine E-Mail-Adresse vom Staat

Ab nächstem Jahr bekommen alle türkischen Neugeborenen eine E-Mail-Adresse vom Staat. Diese Adresse wird von einer Behörde ' verwaltet und in den Pass gedruckt. Zugleich soll die Verwendung ausländischer Dienste wie Google und Yahoo verboten werden. Das Projekt dient der nationalen Sicherheit.

Computer Bild/S.A.D.

Anonymisierungssoftware im Test. 1. Platz: Weil sich per NAT-Routing viele Nutzer eine IP-Adresse teilen, ist die Identifizierung eines CyberGhost-Nutzers nicht möglich. Die Internetverbindung wird kaum langsamer. Positiv: Anonymitätstest bestanden, bremst Internet nicht aus. Negativ: Registrierung erforderlich, das Programm "S.A.D. CyberGhost VPN 6" ist teuer.

5 Bilder

Vom kommenden Jahr an soll jedes türkische Neugeborene ein "Geschenk" vom Staat bekommen: Eine E-Mail-Adresse mit zehn Gigabyte Speicherplatz, die auch gleich auf den Personalausweis gedruckt wird. Nach und nach soll dann jeder der rund 70 Millionen Türken eine solche Adresse bekommen.

Das Projekt der staatlichen Internet-Technologiebehörde BTK heißt "Anaposta" und wirft Fragen auf. Jeder Bürger muss laut Gesetz immer seinen Personalausweis bei sich tragen, Kontrollen sind häufig – wird künftig dabei gleich der persönliche Briefverkehr gecheckt? Offenbar soll die staatliche E-Mail-Adresse vor allem ein Kanal werden, über den Behörden und Bürger miteinander kommunizieren. Bei Kontrollen könnte gleich geprüft werden, ob der Bürger etwa behördliche Post ignoriert.

BTK-Chef Tayfun Acarer betonte, das Projekt diene der "nationalen Sicherheit", da bisher der gesamte E-Mail-Verkehr über Server im Ausland läuft. Das soll aufhören: "Ausländische Dienste wie Yahoo und Google werden nicht mehr genutzt werden", meinte er.

Sollte das bedeuten, dass alle anderen E-Mail-Anbieter blockiert werden – schon jetzt blockiert die Türkei Tausende Internetseiten –, dann wäre dies ein System wie einst in Saddams Irak. Wer E-Mails schreiben oder empfangen wollte, musste dafür einen staatlichen Dienst benutzen, wo die Texte von Sicherheitsdiensten mitgelesen und eventuell gestoppt wurden.

Acarer scheint aber nicht auf Verbote, sondern auf die erhoffte "Popularität" seines Dienstes zu vertrauen, der auch eine Suchmaschine anbieten wird. Diese werde "türkische Empfindlichkeiten" berücksichtigen, also alles herausfiltern, was beispielsweise Staatsgründer Atatürk oder den Propheten Mohammed beleidigt. Eine "muslimische" Suchmaschine gibt es schon: Imhalal.com filtert "unmuslimische" Inhalte heraus und will bald einen E-Mail-Dienst anbieten. Sie interessiert bislang aber nur wenige Nutzer.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Besucher testen neue Achterbahn im Belantis Park
Achterbahn im freien Fall

Immer rasanter: Neue Bahnen versprechen Schwerelosigkeit.

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote