12.11.09

China

Riesiges Kohlefeuer nach 50 Jahren gelöscht

Rund um den Globus brennen Feuer, die jeden Feuerwehrmann zur Verzweiflung treiben würden: Flözbrände fressen sich über Jahrzehnte durch unterirdische Kohlelagerstätten. In China wurde ein solcher Brand jetzt gelöscht. Doch der "Burning Mountain" im Osten Australiens brennt bereits seit über 6000 Jahren.

Foto: pa
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Ein unterirdischer Kohlebrand im Norden Chinas ist nach mehr als 50 Jahren gelöscht worden. Solche Feuer, die sich langsam durch Kohlelagerstätten unter der Erde fressen, lassen sich schwer löschen. Zudem stehen Unmengen an Brennstoff zur Verfügung, und der notwendige Sauerstoff gelangt durch Erdspalten oder Bohrungen vom Kohlebergbau in die Tiefe.

Der Erfolg der chinesischen Feuerkämpfer lenkt die Aufmerksamkeit auf eine große Anzahl weiterer Kohleflözbrände rund um den Globus in Indien, Russland, Amerika, Australien und Afrika. Kleine Feuer glühen aber auch in Deutschland, Polen oder Tschechien. Die Brände vernichten nicht nur wertvolle Kohlevorräte, sondern bringen auch giftige Gase wie Kohlenmonoxid und Kohlendioxid an die Oberfläche. Nach einer Schätzung der TU Wien produzieren allein die chinesischen Kohleflözbrände so viel CO 2 wie alle Autos der USA in zwei Jahren.

Rund einen Quadratkilometer groß und 100 Meter unter der Oberfläche, brannte das Feuer im Terak-Flöz von Urumtschi, der Hauptstadt der Provinz Xinjiang. Die Brandbekämpfer bohrten vor allem zusätzliche Löcher in den Boden, in die sie Schlick und Wasser pumpten, um dem Feuer Hitze zu entziehen. Anschließend wurden alle bekannten Öffnungen versiegelt, um die Sauerstoffversorgung abzuschneiden.

Wie das Chinese Coalfield Fire Fighting Project Office meldet, soll die Gegend bis 2009 überwacht werden, um ein Wiederaufflammen zu vermeiden oder zu bekämpfen.

Flözbrände brauchen Brennstoff, der durch die Kohle gegeben ist, Sauerstoff und ausreichend Wärme zum Entzünden. Von bodennahen Lagerstätten sind Entzündungen durch natürliche Ursachen bekannt, etwa Blitzschläge oder Hitze, die zuerst die Vegetation und dann die Kohle entzündeten. Die meisten Brände sind allerdings von Menschen verursacht und durch sie erst möglich: Erst der Kohleabbau durchzieht die meisten Lagerstätten mit ausreichend Bohrlöchern und Schächten, sodass Sauerstoff zirkulieren kann.

Als ältestes Flözfeuer gilt der "Burning Mountain" im Osten Australiens, der vermutlich seit rund 6000 Jahren Rauch ausstößt. Lange Zeit hielt man ihn für einen Vulkan. Ein rund 130 Jahre altes Feuer in China konnte 2004 gelöscht werden, in den USA gibt es Brände, die zur Umsiedlung der Menschen führten. Auch in Deutschland gab es im vergangenen Jahrtausend mehrere Kohleflözbrände, die teils erst nach Hunderten von Jahren gelöscht wurden. In Dudweiler im Saarland brennt ein Flöz seit 1668 noch heute, und auch am Hohen Meißner schwelt Braunkohle seit mehreren Hundert Jahren.

Quelle: wsa
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