Mobilfunk
O2-Chef sagt Ende der Ein-Euro-Handys voraus
Superbillige Handys für ein Euro: Solche subventionierten Schnäppchen wird laut O2-Chef René Schuster bald kein Handy-Anbieter mehr in Deutschland verkaufen. Auch langfristige Verträge für Mobiltelefone stünden vor dem Aus. Die Aufhebung der Vertragsbindung bei O2 wertet Schuster als Erfolg.
Von Thomas Heuzeroth
Der Netzbetreiber O2 sieht langjährige Mobilfunkverträge und Ein-Euro-Handys in Deutschland vor dem Aus. "Ich gehe davon aus, dass die Vertragsbindung und die Subventionierung der Handys vor dem Ende stehen", sagte O2-Chef René Schuster zu Morgenpost Online.
Sein Unternehmen hatte vor einigen Monaten grundsätzlich die Subventionierung von Geräten aufgegeben. Das Ein-Euro-Handy gibt es bei O2 nicht mehr. vWir haben bei O2 ja zugleich auch die Vertragsbindung aufgehoben. 30 bis 40 Prozent unserer neuen Kunden hätten wir sonst wohl nicht gewonnen", sagte Schuster.
Der kleinste Wettbewerber habe in Deutschland das System vor einigen Monaten ebenfalls eingeführt. "Wir hätten uns diesen Erfolg nicht träumen lassen", sagte Schuster. Bis zu 40 Prozent der neuen O2-Kunden seien der Umstellung zu verdanken. O2 wachse deutlich schneller als der Markt und habe zuletzt mit mehr als 400.000 Neukunden mit Abstand die meisten Kunden gewonnen.
Nun erwartet Schuster, dass auch alle anderen Netzbetreiber ihre Modelle anpassen. "Sie wären verrückt, es nicht zu tun", sagte er. "Das wird das Modell der Zukunft in Deutschland sein: Keine Vertragsbindung, keine Subventionierung." O2-Chef Schuster hatte kurz nach seinem Start an der Spitze des Netbetreibers angekündigt, zu den Marktführern gehören zu wollen.
Einen Zeitpunkt dafür nannte er nicht. "Wir sind zügig auf dem Weg zum sicheren Platz Drei", sagte Schuster. "Falls E-Plus sein Netz nicht für den schnellen Datentransport ausbaut, wird es noch schneller gehen."
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