E-Book-Reader
Amazons Kindle kommt nach Deutschland
Das elektronische Lesegerät für Bücher und Zeitschriften soll ab 19. Oktober weltweit verfügbar sein. Auch in Deutschland. Das Kindle ist der am meisten verkaufte Gegenstand bei Amazon. Seit zwei Jahren ist es in den USA erhältlich. Das Kultgerät könnte das Weihnachtsgeschäft des Buchhändlers kräftig forcieren.
Amazon startet einen Großangriff auf dem wachsenden digitalen Buckmarkt. Das weltgrößte Online-Handelshaus will sein Lesegerät "Kindle", mit dem drahtlos elektronische Bücher und andere Inhalte gekauft werden können, fortan auch außerhalb der USA vertreiben. Mit der Auslieferung in mehr als 100 weitere Länder - darunter auch China und weite Teile Europas einschließlich Deutschlands - werde ab dem 19. Oktober begonnen, teilte der US-Konzern mit. Der Verkaufspreis liegt demnach bei umgerechnet rund 190 Euro. Mehr als 200.000 englischsprachige Bücher und über 85 internationale Zeitungen und Zeitschriften sollen verfügbar sein.
"Unsere Vision für Kindle ist es, jedes irgendwann einmal gedruckte Buch, jedes im Druck oder nicht mehr im Druck befindliche Buch innerhalb von einer Minute zugänglich zu machen", sagte Vorstandschef Jeff Bezos. "Das ist eine Aufgabe von mehreren Jahrhunderten, aber sie ist machbar. Und wie cool wäre das?"
Kindle ist ein Verkaufsschlager von Amazon. Bezos zufolge war das Lesegerät in diesem Jahr bislang der am meisten verkaufte Gegenstand auf der Internetseite der Firma. Und das Weihnachtsquartal dürfte auch großartig für den "Kindle" laufen, zeigte sich der Amazon-Gründer zuversichtlich. "Es gibt in der ganzen Welt eine große Nachfrage nach englischen Büchern." Von 100 Buch-Käufern entschieden sich mittlerweile etwa 48 für ein elektronisches Buch. Das seien 35 mehr als vor fünf Monaten. "Kindle" werde überall erhältlich sein - außer der Antarktis. "Wir entschuldigen uns für dieses Versäumnis und werden daran arbeiten", kündigte Bezos an.
Der Konzern stellte "Kindle" im Jahr 2007 vor. Es erlaubt seinen Nutzern, überall per drahtloser Internetverbindung elektronische Bücher herunterzuladen. Das Gerät, das etwa 20 Zentimeter lang, 13 Zentimeter breit und knapp einen Zentimeter dick ist, zeigt die E-Books fast wie auf normalem Papier an und kann auch bei heller Sonne genutzt werden. Das Gerät entwickelte sich rasch zum Marktführer. Die nun erscheinende internationale Version wird identisch zur zweiten Generation des US-Modells sein, auf denen bis zu 1500 Bücher gespeichert werden können. Zudem können auf ihr PDF-Dateien gelesen und Anmerkungen an die Texte gemacht werden.
Mit dem Gang auf die Weltbühne will Amazon Konkurrenten wie Sony mit seinem "Daily Edition" weitere Marktanteile abgraben. Der japanische Unterhaltungsriese bringt kurz vor Weihnachten eine neue Version seines eReaders mit einem Touchscreen-Bildschirm auf den Markt. Dies hat der Kindle von Amazon nicht.
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