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03.09.09

Pandemie

Mutation des Schweinegrippe-Virus' bezweifelt

Seit Beginn der Schweinegrippe-Welle erörtern die Experten die bange Frage, ob sich das Virus im Herbst mit dem Erreger der saisonalen Grippe vermengt und zu einem Super-Virus mutiert. Für eine erste Antwort mussten Frettchen herhalten. Die WHO warnt dennoch vor blindem Vertrauen auf die Impfung.

© Getty Images/Getty
Berlin Laboratory Test For Swine Flu
In Laboren wird fieberhaft am Schweinegrippe-Virus geforscht

Bisher gibt es keinen Hinweis auf eine mögliche Verbindung der Schweinegrippe (H1N1) mit der saisonalen Grippe. Das geht aus einer Studie des Online-Fachjournals "PLOS Currents" hervor. Die Forscher der Universität Maryland infizierten dabei Frettchen sowohl mit dem H1N1-Virus als auch den beiden häufigsten Viren der Grippesaison.

Bisher verläuft die Infektion mit dem Schweinegrippe-Virus relativ mild, Risikopatienten ausgeschlossen. Die Symptome sind gering und werden zum Teil überhaupt nicht bemerkt. Dies könnte sich mit einer befürchteten Veränderung des Erregers schnell ändern. Damit eine so genannte Rekombination zwischen zwei Typen stattfinden kann, müssen beide Viren gleichzeitig im Körper vorhanden sein. Durch Austausch von Virusbestandteilen könnte sowohl die Infektiösität als auch die Schwere der Symptome zunehmen.

Im Experiment ergab sich bei ko-infizierten Tieren allerdings keine Veränderung des Keims. Der H1N1-Virus zeigte jedoch eine Dominanz gegenüber den saisonalen Grippeviren, indem er sie scheinbar aus Zellen verdrängte und sich wesentlich schneller vermehrte. Eine vorher bestehende Teilimmunität gegenüber der saisonalen Grippe konnte jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Auch hinsichtlich der Übertragbarkeit des Ergebnisses auf den Menschen sollte Vorsicht gewahrt werden. "Eine vernünftige Annahme wäre, dass der Pandemiestamm vollständig an den Menschen angepasst ist. So mag zur Zeit der Austausch von Virusbestandteilen nicht besonders begünstigt sein", erklären die Wissenschaftler aus College Park.

Eine Ko-Infektion könnte allerdings Komplikationen infolge eines schweren Krankheitsverlaufs begünstigen. Weitere Studien dazu sollen folgen. Der Studienleiter Daniel Perez rät sich sowohl gegen die Schweine- als auch gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab derweil die voraussichtlichen Preise für den bald erhältlichen Impfstoff an. Die Preisspanne bewegt sich zwischen 1,80 und 14 Euro, je nach Finanzkraft des beziehenden Staates.

Dennoch rät die WHO, sich nicht ausschließlich auf den Impfstoff zu verlassen, sondern weiterhin Schutzmaßnahmen wie das Meiden von Menschenansammlungen und häufiges Händewaschen wahrzunehmen.

Quelle: AFP
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