28.02.13

Reaktorkatastrophe

Um Fukushima ist das Krebsrisiko leicht erhöht

In den verstrahlten Gebieten rund um Fukushima ist das Krebsrisiko leicht erhöht. Zu diesem Schluss kommt die Weltgesundheitsorganisation fast zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe.

Foto: AP/dpa

Männer sind rund um Fukushima einem erhöhten Blutkrebsrisiko ausgesetzt
Männer sind rund um Fukushima einem erhöhten Blutkrebsrisiko ausgesetzt

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat das Krebsrisiko in den verstrahlten Gebieten leicht erhöht. Das habe die Auswertung aller verfügbaren Daten seit der Havarie des Atomkraftwerkes vor zwei Jahren ergeben, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit.

Die Organisation empfiehlt eine langfristige medizinische Beobachtung der betroffenen Bevölkerung. Über einige unmittelbar verstrahlte Orte hinaus gab die WHO allerdings Entwarnung: Umfangreiche Untersuchungen internationaler Experten hätten ergeben, dass die "vorhergesagten Risiken für die allgemeine Bevölkerung innerhalb und außerhalb Japans niedrig und keine messbaren Steigerungen der Krebsraten über das Basisniveau hinaus zu erwarten sind".

Anlass zur Sorge seien aber erhöhte Risiken bei speziellen Krebsarten durch die damalige Strahlenbelastung in bestimmten Orten und von Teilen der Bevölkerung, erläuterte Maria Neira, die WHO-Direktorin für Gesundheitswesen und Umwelt. So gehe man davon aus, dass zum Beispiel die Brustkrebsgefahr bei Frauen, die sich als Kind in den am stärksten betroffenen Gebieten aufhielten, um sechs Prozent über den Normalwerten liege.

Blutkrebsrisiko für Männer erhöht

Das Blutkrebsrisiko für Männer sei unter denselben Umständen um sieben Prozent höher. Ein erhöhtes Risiko von Schilddrüsenkrebs sei auch für Frauen in Teilen des Fukushima-Gebiets berechnet worden, die als Kind der Strahlung ausgesetzt waren: Während das Risiko im Laufe eines Lebens normalerweise bei 0,75 Prozent liege, liege es bei Frauen in den am meisten betroffenen Gebieten um zusätzliche 0,5 Prozent höher.

Bei etwa einem Drittel der Mitglieder von Notfallteams, die in dem Atomkraftwerk eingesetzt waren, gehe man von einem erhöhten Krebsrisiko aus. Zwei Drittel von ihnen seien hingegen nicht stärker gefährdet als der Durchschnitt der Bevölkerung. Bereits im Mai 2012 hatte die WHO erklärt, dass die Strahlenbelastung nach der Havarie in Fukushima geringer als befürchtet sei und meist innerhalb zulässiger Grenzwerte liege.

Quelle: dpa
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