27.02.13

Saubere Energie

Neue Methode erzeugt Wasserstoff

Sauber und universell einsetzbar: Wasserstoff ist einer der aussichtsreichsten Energieträger der Zukunft. Jetzt haben Forscher eine Technik gefunden, die seinen Einsatz alltagstauglich machen könnte.

Von Joachim Mangler
Foto: Nature / Barbara Heller / LIKAT

Das Rostocker System liefert schon bei Normaldruck und Temperaturen zwischen 65 und 95 Grad Celsius die besten Ergebnisse. Zu sehen sind hier Kristalle des Katalysators aus einem sogenannten Ruthenium-Komplex
Das Rostocker System liefert schon bei Normaldruck und Temperaturen zwischen 65 und 95 Grad Celsius die besten Ergebnisse. Zu sehen sind hier Kristalle des Katalysators aus einem sogenannten Ruthenium-Komplex

Rostocker Forscher haben ein neues, hoch effizientes System zur Wasserstoffgewinnung unter Alltags-Bedingungen entwickelt. Dabei werde Wasserstoff aus Methanol mit Hilfe eines chemischen Katalysators gewonnen, berichtet ein Team um Matthias Beller vom Leibniz-Institut für Katalyse im britischen Fachblatt "Nature". Dieses System, das die Rostocker gemeinsam mit italienischen Forschern entwickelt haben, sei ein großer Schritt hin zur Nutzung von Wasserstoff als Benzinersatz.

"Eine Umwandlung von Methanol in Wasserstoff bei moderaten Bedingungen weist die Möglichkeit auf, den Wasserstoff ganz direkt am Ort des Verbrauchs zu erzeugen", sagte der Chemiker. So könne die aufwendige und nicht ungefährliche Speicherung von reinem Wasserstoff umgangen werden.

Für diesen Prozess, der auch als Methanolreforming bezeichnet wird, seien bislang Temperaturen von über 200 Grad Celsius und ein Druck von über 25 bar nötig. Das Rostocker System mit einem sogenannten Ruthenium-Komplex als Katalysator liefere dagegen schon bei Normaldruck und Temperaturen zwischen 65 und 95 Grad Celsius die besten Ergebnisse, was immens viel Energie einspare.

Gewinnung von "sauberer" Energie

Ein weiterer Vorteil sei, dass es bereits Methoden gebe, Bio-Methanol herzustellen. Wasserstofferzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen könnte ein Weg zur Gewinnung von "sauberer" Energie werden, betonte Beller. Denn generell habe das Methanolreforming den Nachteil, dass neben drei Molekülen des gewünschten Wasserstoffs auch ein Molekül Kohlendioxid entstehe. Werde das Kohlendioxid aber unter Verwendung von regenerativem Wasserstoff wiederum für die Herstellung von Methanol verwendet, resultiere daraus ein Kohlendioxid-neutraler Prozess.

Für die Anwendung in Brennstoffzellen ist es nach Angaben Bellers darüber hinaus wichtig, dass bei dem neuen System so gut wie kein Kohlenmonoxid entsteht. Das Gas gelte als sogenanntes Brennstoffzellengift. Der Kohlenmonoxid-Anteil liege nun unter zehn ppm (parts per million, Teile pro Millionen Teile). In dieser Größenordnung treten für den Einsatz in der Brennstoffzellentechnik keinerlei Probleme auf, wie Beller sagte.

Quelle: dpa
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Infizierte Pfleger Bentley darf leben - Hund hat kein Ebola
Sonnenfinsternis "Man muss das sehen, um es zu glauben!"
Terror in Kanada Überwachungskameras zeigen Angriff auf Parlament
Gasexplosion Explosion verwüstet ganze Straße in Ludwigshafen
Timetraveller.jpg
Timetraveller

Mit der Morgenpost und Timetraveller Geschichte erlebenmehr

Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Trend

Die schönsten Fotobomben der Stars

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote