27.02.13

Hormone

Viel Testosteron im Mutterleib macht misstrauisch

Wer im Mutterleib viel Testosteron abbekommen hat, vertraut anderen Menschen weniger. Das heißt aber nicht, dass derjenige besser als andere erkennen kann, wer wirklich vertrauenswürdig ist.

Foto: picture alliance / Bildagentur-o

Kann man dieser Frau vertrauen oder nicht? Wie die Frage beantwortet wird, hängt auch davon ab, wie viel Testosteron man im Mutterleib abbekommen hat, sagen Wissenschaftler
Kann man dieser Frau vertrauen oder nicht? Wie die Frage beantwortet wird, hängt auch davon ab, wie viel Testosteron man im Mutterleib abbekommen hat, sagen Wissenschaftler

Wer im Mutterleib hohe Mengen des Hormons Testosteron erhalten hat, vertraut anderen Menschen im späteren Leben weniger. Das berichten französische Wissenschaftler in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Dadurch steige allerdings nicht, wie früher angenommen, die Fähigkeit der Menschen, Betrug oder wenig vertrauenswürdige Personen zu erkennen.

Wie viel Testosteron ein Baby im Mutterleib abbekommen hat, lässt sich nach früheren Studien für den Rest des Lebens an den Fingern erkennen, und zwar am Längenverhältnis von Zeige- zu Ringfinger.

Kleines Längenverhältnis spricht für viel Testosteron

Fachleute nennen das auch 2D:4D-Verhältnis, wobei D für "digit", also Finger, steht. Ist das Längenverhältnis von Zeigefinger (2D) zu Ringfinger (4D) klein, war die Testosteron-Dosis im Mutterleib höher als bei einem großen Verhältnis.

Zu den Auswirkungen höherer Testosteron-Level gibt es zahlreiche Untersuchungen. Es gilt zwar gemeinhin als "männliches Hormon", spielt aber auch im Körper der Frau eine Rolle.

Einige Studien hatten darauf hingedeutet, dass Testosteron die Wachsamkeit erhöht und dadurch im gewissen Umfang vor Betrug schützen könne.

Die französischen Wissenschaftler um Wim De Neys von der Université Paris Descartes baten nun 144 Studentinnen in einem Spiel-Experiment Geld zu investieren. Sie sollten Fotos betrachten und dann entscheiden, ob sie dem darauf abgebildeten Menschen Geld geben würden.

Wenn ja, so sagten die Wissenschaftler, werde der Betrag mit drei multipliziert und der Empfänger werde dann entscheiden, wie viel des Geldes er an die Investorin zurückgebe.

Vertrauenswürdigkeit lässt sich am Gesicht erkennen

Die Menschen auf den Fotos waren Teilnehmer einer vorherigen Studie. Darin sollten diese selbst angeben, wie viel Geld sie an potenzielle Investoren zurückzahlen würden.

Sie konnten sich zwischen "gar nichts", "so viel wie ich bekommen habe" oder "die Hälfte des Gesamtbetrages" entscheiden. Mit dieser Einschätzung hatten sich die Versuchsteilnehmer also selbst als mehr oder weniger vertrauenswürdig charakterisiert.

Die Investorinnen wussten von der Entscheidung der Empfänger natürlich nichts. Die Forscher gingen aber davon aus, dass subtile Hinweise im Gesicht der Menschen Auskunft über ihre Vertrauenswürdigkeit liefern und dass die Investorinnen diese Hinweise unbewusst lesen können.

Es stellte sich heraus, dass die Investorinnen tatsächlich grundsätzlich eher an Empfänger zahlten, die sich bereiterklärt hatten, Geld zurückzuzahlen als an solche, die alles behalten wollten. Sie konnten die Zeichen also wirklich lesen. Dabei vertrauten die Investorinnen Frauen mehr als Männern.

Testosteron machte misstrauischer

Das eigentlich Erstaunliche aber war, dass Investorinnen mit einem geringeren Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger – und damit mit einer hohen Testosteron-Dosis im Mutterleib – grundsätzlich misstrauischer waren.

Sie gaben nur in 39 Prozent der Versuche Geld. Solche mit einem höheren 2D:4D-Verhältnis taten dies in 49 Prozent der Versuche. Die misstrauischen Frauen schätzten aber die Vertrauenswürdigkeit der Empfänger nicht genauer ein als die weniger misstrauischen.

Investorinnen mit einem geringeren 2D:4D-Verhältnis vertrauten weniger, aber nicht besser, folgern die Forscher. Dies widerspreche der Annahme, dass Testosteron aufgrund erhöhter Wachsamkeit vor Betrug schütze.

Möglich wäre, dass sich Menschen, die höheren Testosteron-Werten ausgesetzt waren, mehr Sorgen um ihren Status machen, vermuten die Forscher. Sie seien misstrauischer, um einem möglichen Statusverlust vorzubeugen, der damit einhergehe, betrogen zu werden.

Aus wirtschaftlicher Sicht sei dieses Verhalten schädlich, weil es finanzielle Gewinne unwahrscheinlicher mache.

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Fragen zur Pille
  • Wie wirkt die Pille?

    Die Pille enthält Gestagen und Östrogen, künstliche weibliche Hormone. Bei sogenannten Mikropillen handelt es sich um niedrig dosierte Kombinationspräparate, während die Minipillen reine Gestagen-Produkte sind. Die Antibaby-Pille greift in den Hormonhaushalt ein und gaukelt dem Körper im Grunde eine Schwangerschaft vor: Die Hormone verhindern den Eisprung und verändern den Schleimpfropfen am Gebärmutterhals, so dass Spermien nicht in die Gebärmutter oder den Eileiter vordringen können. Zudem wird keine Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, in die sich befruchtete Eizellen einnisten könnten.

  • Pille vergessen - was nun?

    Die Minipille muss sehr pünktlich eingenommen werden, eine Verschiebung ist um maximal drei Stunden möglich. Wird die Einnahme der Mikropille einmal vergessen, kann dies binnen zwölf Stunden nachgeholt werden, ohne dass der Empfängnisschutz nachlässt. Im Zweifel geht man mit einem Kondom auf Nummer sicher.

  • Welche Vorteile hat die Pille?

    Neben dem Schutz vor Schwangerschaft sowie einem regelmäßigen Zyklus profitieren viele Frauen von einem besseren Hautbild. Zudem verringern sich Schmerzen während der Regel.

  • Was ist zu beachten?

    Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika oder Anti-Epileptika kann ihre Wirkung zudem beeinträchtigt sein. Auch Johanniskraut in konzentrierter Form kann den Empfängnisschutz abschwächen, ebenso Durchfall oder Erbrechen.

  • Welche Nebenwirkungen gibt’s?

    Die Pille kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen oder Brustspannungen führen. Vor allem bei der Minipille kann es zu Schmier- und Zwischenblutungen kommen. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie Thrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt oder Schlaganfall sind nach Angaben des Berufsverbandes der Frauenärzte selten und betreffen vor allem Risikopatientinnen. Das Thromboserisiko, also das Risiko von Blutgerinnseln in den Adern, ist bei Raucherinnen, starkem Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, aber auch familiärer Vorbelastung erhöht. Die Pille führt nicht automatisch zu einer Gewichtszunahme, aber die Hormone können Wassereinlagerung im Körper verursachen.

  • Zusammenhang: Pille und Krebs

    Es gibt Experten zufolge kein generell höheres Krebsrisiko. Untersuchungen zufolge führt die Mikropille aber möglicherweise zu einem leicht erhöhten Brustkrebsrisiko. Nach Absetzen der Pille geht das Risiko innerhalb von fünf Jahren wieder zurück. Normalerweise braucht ein Brustkrebs zur Entstehung 15 bis 20 Jahre. Wird die Pille länger als acht Jahre genommen, kann dies einer britischen Studie zufolge das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöhen. Hingegen verringert die Pille das Risiko für Gebärmutterschleimhaut- oder Eierstockkrebs.

  • Was kostet die Pille?

    Die Kosten belaufen sich auf rund fünf bis 17 Euro im Monat. Die Pille ist verschreibungspflichtig. Bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Allerdings müssen Frauen zwischen 18 und 20 Jahren die Rezeptgebühr und die Praxisgebühr pro Quartal bezahlen.

  • Welche Alternativen zur Pille

    Es gibt auch andere hormonelle Verhütungsmethoden, etwa als Drei-Monats-Spritze, Pflaster, Vaginalring oder sogenanntes Verhütungsstäbchen, das unter die Haut implantiert wird. Verhütet werden kann auch mit Diaphragma, Spirale, Portiokappe, Pessar oder natürlich mit Kondom. Im äußersten Notfall gibt es die „Pille danach", die bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Sex geschluckt werden kann und eine Schwangerschaft verhindert.

  • Gibt es die Pille auch für

    Forscher suchen seit Jahren danach, bislang aber ohne Erfolg.

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