21.02.13

Schmetterlinge

Kälte bestimmt die Navigation der Monarchfalter

Monarchfalter werden bei ihrer Flucht vor dem Winter ausgerechnet von Kälte gestoppt. Der Sinn: Die Temperaturen polen ihr inneres Navigationssystem um, sonst würden sie stur südwärts fliegen.

Foto: picture-alliance / united-archiv

Kälte stellt das Navigationssystem des Monarchfalters um
Kälte stellt das Navigationssystem des Monarchfalters um

Paradoxes Verhalten von Monarchfaltern: Jeden Herbst ziehen die auffälligen Schmetterlinge von Nordamerika aus Tausende Kilometer gen Süden, um dem Winter zu entgehen. Doch in Mexiko überwintern sie dann in frostigen Bergregionen. Den Grund dafür haben nun US-Biologen ermittelt: Die Kälte stelle das Navigationssystem um, von Süd auf Nord. Das schreiben die Forscher der University of Massachusetts in Worcester in der Zeitschrift "Current Biology". Nur so finden die Wanderfalter im Frühjahr wieder den Weg nach Norden.

In gewaltigen Schwärmen wandern Monarchfalter (Danaus plexippus) im Herbst aus den USA und Kanada nach Mexiko – und im Frühjahr wieder zurück. Während ihrer Wanderungen orientieren sie sich an der Sonne.

Dieser Sonnenkompass berücksichtigt auch die Zeit des Tageslichts, wie Patrick Guerra und Steven Reppert mit einem Trick herausfanden: Hielten sie rückwandernde Falter in einer Umgebung, in der die Helligkeit um sechs Stunden verspätet war, flogen die Tiere nach ihrer Freilassung um 90 Grad zu weit nach Osten. Dieser Navigationsfehler entsprach der verschobenen Sonnenlichtphase.

Kälteschalter hält Migrationszyklus in Gang

Doch wie schalten die Tiere von Süd- auf Nordkurs um? Dies hängt nicht von der Tageslänge im Winterquartier ab, sondern von der Temperatur. Hielten die Biologen südwärts wandernde Falter einige Wochen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, so orientierten sich die Falter vorzeitig wieder nach Norden. Wurden die Falter dagegen im Winter warm gehalten, behielten sie ihren Südkurs. Unbeirrt würden sie immer weiter nach Süden fliegen.

Der Kälteschalter halte den Migrationszyklus in Gang, vermuten die Forscher. Eine Erwärmung im Überwinterungsgebiet könne daher drastische Folgen für die Schmetterline haben."Die Monarchfalter brauchen die thermale Mikroumgebung an den Überwinterungsorten, damit der Wanderungskreislauf weiterbesteht", betont Reppert laut einer Mitteilung der Zeitschrift. "Ohne den thermalen Reiz würde der jährliche Migrationszyklus unterbrochen und wir würden eines der faszienierendsten Naturphänomene verlieren."

Quelle: dpa
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