21.02.13

Mars-Proben

Graues Gestein auf Rotem Planeten entzückt Forscher

Nasa-Forscher sind enthusiastisch: "Curiosity" hat unter der roten Oberfläche des Mars graues Gestein angebohrt. Die Probe könnte wie eine Zeitkapsel Informationen aus der Vergangenheit preisgeben.

Foto: dpa

Der Rover hat - als erster Forschungsroboter überhaupt - eine Gesteinsprobe auf dem Mars entnommen. Der teuerste und technisch ausgefeilteste Mars-Forschungsroboter aller Zeiten war im August 2012 auf dem Roten Planeten gelandet und soll dort nach Spuren von Leben suchen.

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Von wegen "Roter Planet": Unter der Oberfläche des Mars hat der Roboter "Curiosity" graues Gestein eingesammelt. Die Wissenschaftler seien "besonders aufgeregt" angesichts der Tatsache, dass die Gesteinsprobe nicht die typische orange-rote Farbe des Planeten habe, sagte Joel Hurowitz von der US-Weltraumbehörde Nasa bei der Vorstellung von Fotos des Gesteinspulvers im kalifornischen Pasadena.

"Wenn Dinge sich orange färben", geschehe dies, "weil ein Rostprozess das Eisen in einem Stein oxidieren lässt", sagte Hurowitz weiter. Es war das erste Mal, dass eine Probe unter der Oberfläche eines anderen Planeten als der Erde genommen werden konnte.

Nachdem die Bohrung bereits Anfang Februar erfolgt war, bestätigten nun die Fotos, dass der Roboter tatsächlich erfolgreich das graue Gesteinspulver einsammeln konnte. "Viele von uns haben seit Jahren auf diesen Tag hingearbeitet", sagte Nasa-Wissenschaftler Scott McCloskey.

Die Wissenschaftler hoffen, anhand der grauen Färbung, der Mineralogie und der Chemie des Gesteinspulvers Erkenntnisse über die geologische Geschichte und Zusammensetzung des Mars zu gewinnen.

Aufschlüsse über die Vergangenheit des Planeten

Möglicherweise werden Hinweise auf lange vergangene "feuchte Umgebungen" auf dem Mars gefunden, die für einen Rostprozess nötig sind, sowie auf früheres Leben auf dem Planeten.

Der Stein könne wie eine Art "Zeit-Kapsel" funktionieren. "Möglicherweise ist das sehr altes Gestein, das Belege über die Umstände enthält, unter denen es entstanden ist", sagte Hurowitz.

Um auf jede mögliche Gesteinsart auf dem Mars vorbereitet zu sein, hatte die US-Weltraumbehörde acht Bohrer entwickelt, mit denen mehr als 1200 Löcher in 20 Gesteinsarten der Erde gebohrt wurden.

Scharfe Bilder dank Mastkamera

Die Mastkamera des Rovers hatte bereits scharfe Bilder des Steines aufgenommen und zur Erde gesendet. Er ist von weißlichen Adern durchzogen, die die Wissenschaftler als Calzium-Sulfat-Einlagerungen interpretieren. Der Brocken liegt in einem trockenen Flussbett, etwa 500 Meter in Richtung Westen von der Landestelle des Rovers entfernt.

"Curiosity" war Anfang August nach einer mehr als achtmonatigen Reise durchs All auf dem Mars gelandet. Die rund 2,5 Milliarden Dollar (knapp 1,9 Milliarden Euro) teure Mission ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt.

Der Forschungsroboter soll nach Spuren von Leben und somit vor allem von Wasser auf dem Roten Planeten suchen. Bis zum Jahr 2030 wollen die USA nach derzeitiger Planung eine bemannte Mission zum Mars entsenden.

Quelle: AFP/dpa/oc
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