14.02.13

Psychologie

Warum Frauen am Valentinstag so überreagieren

Heute schon ein miserables Geschenk zum Valentinstag bekommen oder gleich gar keins? Für Männer ist das ein Problem – im Gegensatz zur holden Weiblichkeit. Die redet sich den Patzer auch noch schön.

Von Fanny Jimenez
Foto: picture alliance / dpa

Blumen zum Valentinstag? Okay, das ist jetzt nicht die große Überraschung, aber er hat wenigstens dran gedacht...
Blumen zum Valentinstag? Okay, das ist jetzt nicht die große Überraschung, aber er hat wenigstens dran gedacht...

Na, heute ein miserables Geschenk zum Valentinstag bekommen, oder gar keins? Wenn Sie zu denen gehören, die den Tag ohnehin unsinnig finden: Herzlichen Glückwunsch. Für alle anderen hängt das Ausmaß der Katastrophe nach einem vermasselten Geschenk vor allem von zwei Dingen ab: dem Geschlecht und der Qualität der Beziehung.

Eigentlich sollten tolle Geschenke glücklich machen und den Glauben, dass man eine gute Beziehung führt, stärken – und miese Geschenke sollten einen weniger gut auf die Beziehung zu sprechen machen. Denn ein passendes Geschenk zeigt, dass man sich gut kennt, und ein schlechtes: Naja, dass man sich keine Gedanken macht oder es einfach nicht passt. Soweit die Theorie. Die stimmt soweit auch in der Praxis, allerdings nur für Männer, wie die kanadische Psychologin Elizabeth Dunn von der University of British Columbia herausfand.

In ihrer im Journal "Social Cognition" veröffentlichten Studie holte sie sich Paare ins Labor: Jeder der Partner sollte eine Liste möglicher Geschenke nach Präferenz anordnen: Je lieber er oder sie ein Geschenk bekommen würden, desto weiter oben auf der Liste stand es. Anschließend sagte ihnen der Versuchsleiter, welches Geschenk der Partner für sie ausgewählt hatte. Das war natürlich manipuliert, so dass die Hälfte der Probanden bekam, was sie wirklich mochten, und die andere Hälfte mit einem ungewollten Geschenk Vorlieb nehmen musste.

Schlechtes Geschenk – lange Beziehung

Die Männer fanden ersteres gut und letzteres enttäuschend – und sagten der Beziehung nach einem ungeliebten Geschenk eine kürzere Dauer voraus. Bei den Frauen aber war es genau umgekehrt. Ein schlechtes Geschenk führte paradoxerweise meist dazu, dass sie eine längere gemeinsame Zukunft vorhersagten. Denn die Verunsicherung durch das schlechte Geschenk, so sagt Dunn, führte zu einem Schutzverhalten – einer Art Überkompensation nach dem Motto: Wenn diese Beziehung so ein dämliches Geschenk überstehen kann, muss sie besonders gut sein!

Das gilt aber wohl nur, solange die Beziehung sonst funktioniert. Denn wie Steven Neuberg von der Arizona State University herausfand, häufen sich zumindest in den USA in der Woche vor und nach dem Valentinstag die Trennungen – die Wahrscheinlichkeit, sich dann vom Partner zu verabschieden, ist im Februar demnach fünfmal höher als in anderen Monaten.

Für kriselnde Beziehungen kann es also um den Valentinstag herum gefährlich werden. Ein schlechtes oder fehlendes Geschenk kann dann ein Katalysator sein. Alle anderen werden das missglückte oder vergessene Geschenk wohl irgendwie überstehen – das Gute ist ja, dass in Beziehungen Geschenke mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder mal anstehen.

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