11.02.13

Weltraumforschung

Premiere - "Curiosity" bohrt auf dem Mars ein Loch

Der Roboter "Curiosity" hat auf dem Mars erstmals eine Gesteinsprobe genommen. Sie soll Hinweise auf frühere Wasservorkommen liefern.

Quelle: Reuters
10.02.13 0:37 min.
Erstmals hat der Roboter der Nasa einen Felsbrocken auf dem Roten Planeten angebohrt und eine Probe genommen. So soll überprüft werden, ob es auf dem Mars Wasser gegeben hat.

Der Marsroboter "Curiosity" hat erstmals den Roten Planeten angebohrt, um eine Gesteinsprobe zur Analyse zu entnehmen. Mit dem an seinem Roboterarm angebrachten Bohrer habe "Curiosity" ein 1,6 Zentimeter breites und 6,4 Zentimeter tiefes Loch in einen Felsen gebohrt, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Wochenende mit.

Der flache Stein in einer kleinen Bodensenke könnte möglicherweise Spuren von Wasser enthalten, hieß es. Den beim Bohren entstandenen Staub soll der Rover nun in den kommenden Tagen untersuchen. Die Nasa-Wissenschaftler hoffen, dass er Hinweise auf frühere Wasservorkommen geben kann.

Da die Vorgänger von "Curiosity" keinen Bohrer mit an Bord hatten, handele es sich um den ersten Vorgang dieser Art auf dem Mars. Zugleich hat der im August 2012 auf dem Roten Planeten gelandete Forschungsroboter damit auch das letzte wissenschaftliche Instrument in seinem Arsenal erfolgreich getestet.

"Der modernste Planetenroboter, der je entworfen wurde, ist jetzt ein vollständig operierendes Analyselabor auf dem Mars", erklärte Nasa-Vertreter John Grunsfeld. Dies sei der "größte Meilenstein", den der Roboter seit seiner geglückten Landung auf dem Mars erreicht habe, so Grunsfeld. "Ein weiterer stolzer Tag für Amerika."

1200 Löcher in 20 Gesteinsarten

Die entnommenen Proben soll "Curiosity" nun auf ihre mineralische und chemische Zusammensetzung hin untersuchen. Die Nasa-Wissenschaftler hatten die Senke namens "Yellowknife Bay" ausgesucht, weil der Boden dort jede Nacht langsamer abkühlt als an anderen Orten auf dem Mars. Woran das liegt, soll der Forschungsroboter nun herausfinden.

Um auf jede mögliche Gesteinsart auf dem Mars vorbereitet zu sein, hatte die Nasa lange an dem Bohrer für "Curiosity" getüftelt. Acht Bohrer seien entwickelt worden, mit denen mehr als 1200 Löcher in 20 Gesteinsarten der Erde gemacht worden seien, sagte die Ingenieurin Louise Jandura.

"Curiosity" war Anfang August 2012 nach einer mehr als achtmonatigen Reise durchs All auf dem Mars gelandet. Die 2,5 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) teure Mission ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt. Im Januar hatte der 900 Kilogramm schwere und mit sechs Rädern ausgestattete Forschungsroboter auf dem Mars bereits geputzt. Mit einer eingebauten Draht-Bürste staubte der Roboter einen Stein ab. Auch dieser Brocken sollte genauer untersucht werden.

Für die Nasa war es zuvor nicht gut gelaufen. Starke Budgetkürzungen und das politisch durchgesetzte Ende der rund 30-jährigen prestigeträchtigen Raumschiff-Ära hatten gewaltig am Selbstbewusstsein der Behörde genagt. Im Rausch des "Curiosity"-Erfolgs aber kündigte die Nasa eine ganze Reihe weiterer Vorhaben an: 2020 soll der nächste Rover zum Mars fliegen, bis 2018 sollen weitere Missionen unter anderem zur Erforschung der höher gelegenen Mars-Atmosphäre starten, einige in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumbehörde Esa.

Quelle: dpa/AFP
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