31.01.13

Psychologie

Zarte Berührungen machen Menschen gefügig

Andere kurz und leicht am Arm zu berühren macht sie ehrlicher, großzügiger und hilfsbereiter – und kann sogar den Umsatz steigern. Vorsicht ist aber bei anderen Körperregionen angebracht.

Von Fanny Jimenez
Foto: picture alliance / Bildagentur-o

Manche Regionen des Körpers sind ausschließlich sehr vertrauten Menschen vorbehalten, wie dem Partner. Alle anderen sollten von ihnen lieber die Finger lassen
Manche Regionen des Körpers sind ausschließlich sehr vertrauten Menschen vorbehalten, wie dem Partner. Alle anderen sollten von ihnen lieber die Finger lassen

Eine Berührung von Fremden kann unangenehm sein – denn einen anderen Menschen anzufassen ist etwas sehr Intimes. Welchen Effekt eine Berührung hat, hängt aber vor allem auch davon ab, wo sie stattfindet.

Besonders das Gesicht und natürlich alles unterhalb der Gürtellinie ist bei den meisten Menschen nur sehr vertrauten Personen vorbehalten. Auch Hände und Rücken sind sensible Bereiche, doch hier sind Einige bereits toleranter.

Wer sichergehen und Missverständnisse, besonders bei gänzlich fremden Menschen vermeiden will, beschränkt sich am besten auf den Arm. Wie Studien zeigen, hat eine kurze Berührung an Schulter, Ober- und Unterarm, etwa zur Begrüßung oder bei einer Frage, auch bei Fremden erstaunliche positive Effekte.

Berührung verbindet Menschen

Sie macht zum Beispiel ehrlicher, wie der US-Forscher Chris Kleinke herausfand: Probanden, die zuvor vom Versuchsleiter kurz berührt worden waren, gaben diesem eher ein Geldstück zurück, das sie später unbeobachtet im Labor fanden.

Berührung macht aber auch spendabler, wie eine andere Untersuchung zeigt: Wurden Busfahrer bei der Bitte um eine Freifahrt leicht berührt, sagten sie eher Ja. Auch Umfragen auf der Straße sind dann erfolgreicher – in einer Studie stieg der Anteil jener, die dann mitmachten, von 55 auf 81 Prozent.

Gäste werden zudem beim Trinkgeld großzügiger, wenn sie zuvor unauffällig von der Servicekraft berührt wurden, wie US-Forscher um April Crusco herausfanden. Weiterhin macht leichte Berührung Menschen hilfsbereiter, wie französische Wissenschaftler zeigten.

Der Anteil jener Probanden, die spontan aushalfen, wenn dem Versuchsleiter im Labor etwas herunterfiel, stieg von 63 auf 90 Prozent, wenn dieser sie zuvor berührt hatte.

Unauffällige Berührungen schaffen Sympathie

Noch einen weiteren interessanten Effekt fand die US-Forscherin Nancy Henley in einer ihrer Studien. Von Beobachtern wurden Menschen, die andere viel berührten, ein höherer sozialer Status zugeschrieben.

Nicht zuletzt lassen sich mit Berührungen sogar eher Dates ergattern, wie andere Studien zeigen - und das gilt übrigens für beide Geschlechter gleichermaßen.

Man könnte auch sagen: Unauffällige Berührungen machen Menschen einfach sympathisch. Dem Psychologen Nicolas Guéguen zufolge werden Berührer spontan als freundlich, ehrlich, herzlich und liebenswürdig beurteilt.

Und der Wissenschaftler Jacob Hornik zeigte, dass sich dies sogar auf das Image eines Geschäfts übertragen kann: Er steigerte durch Berührung von Kunden den Umsatz eines Buchladens.

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