24.01.13

Pazifik

US-Kriegsschiff zerstört gigantisches Korallenriff

Auf den Philippinen ist ein US-Kriegsschiff auf ein geschütztes Korallenriff gelaufen. Die Crew hatte offenbar eine Warnung der Küstenwache ignoriert. Der Schaden ist enorm – im Gegensatz zur Strafe.

Foto: dapd

Die „USS Guardian“ ist im Pazifik auf ein Riff gelaufen, vermutlich aus Leichtsinn.

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Bei der Havarie eines US-Minenräumers auf den Philippinen sind laut Küstenwache mindestens 1000 Quadratmeter eines Korallenriffs beschädigt worden. Das Riff, rund 600 Kilometer südlich von Manila, liegt im Tubbataha-Nationalpark. Das von der UN-Kulturorganisation Unesco als Weltnaturerbe anerkannte Meeresschutzgebiet ist das größte der Philippinen.

Die Leitung des Parks war entsetzt. "Eine riesige Fläche", sagte Managerin Angelique Sorgco. "Wir hatten gehofft, der Schaden sei kleiner."

Die 68 Meter lange "USS Guardian" war auf das Riff rund 130 Kilometer vor der Küste von Palawan gelaufen. Nach philippinischen Angaben ignorierte die Crew eine Warnung der Küstenwache, dass sie auf ein geschütztes Gebiet zusteuere. Die US-Marine entschuldigte sich, argwöhnte aber, dass die Navigationskarten ungenau waren.

Artenreichste Meereszone der Welt

Der marine Nationalpark umfasst 10.000 Hektar, hat zwei große Korallenriffe und gehört zu den spektakulärsten Tauchgebieten der Welt. Er bietet Lebensraum für Haie, Delphine, Wale und rund 600 andere Fischarten sowie 360 Korallenarten. Der Park liegt in der als "Korallendreieck" bekannten Region im westlichen Pazifik und gehört zu den artenreichsten Meereszonen der Welt.

Die Besatzung wurde inzwischen an Land geholt, aber das Schiff sitzt nach aktuellen Informationen noch fest. Die Schiffstanks blieben offenbar intakt, es bestand demnach nicht die Gefahr eines Öllecks.

Gesetz erlaubt keine höhere Strafe

Bergungscrews wollen Treibstoff abpumpen und Material von Bord holen, um das Schiff leichter zu machen und es von dem Riff zu ziehen.

Die US-Marine muss als Strafe und zur Wiederherstellung des Riffs 24 Millionen Pesos zahlen – rund 450.000 Euro. Die Summe sei viel zu niedrig, das Gesetz erlaube aber nicht mehr, sagte Park-Managerin Sorgco.

Vor gut sieben Jahren war ein Schiff der Umweltorganisation Greenpeace in dem Park auf ein Riff gelaufen und musste gut 5000 Euro Strafe zahlen.

Quelle: dpa/jds
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