20.01.2013, 21:23

Mars Gab es früher Grundwasser auf dem Roten Planeten?


„Hebes Chasma“ ist ein rundum abgeschlossener und bis zu acht Kilometer tiefer Kessel ohne Abfluss am Marsäquator. Vielleicht war er einmal ein von Grundwasser gespeister See

Foto: ESA / dpa

„Hebes Chasma“ ist ein rundum abgeschlossener und bis zu acht Kilometer tiefer Kessel ohne Abfluss am Marsäquator. Vielleicht war er einmal ein von Grundwasser gespeister See Foto: ESA / dpa

Der Mars ist heute vor allem trocken und staubig. Analysen seiner Geologie legen aber nahe, dass es auf dem Planeten einst ein Grundwassersystem gab. Dort könnte es vor Leben nur so gewimmelt haben.

Auf dem Mars könnte es früher ein ausgedehntes Grundwassernetz gegeben haben. Das schließen Forscher um Joseph Michalski vom britischen Naturkundemuseum in London aus der Geologie des Roten Planeten sowie aus Messungen von Marssonden.

So ein Grundwassersystem könne sogar einmal Bedingungen für Leben geboten haben, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature Geoscience".

Leben im Untergrund

Als sich das Leben auf der Erde entwickelte, war die Marsoberfläche bereits ein unbewohnbarer Ort. Doch unter der Oberfläche des Roten Planeten könnte es vor Mikroben gewimmelt haben, argumentieren die Forscher. Sie identifizierten mehrere Zonen im Marsinneren, die Wasser geführt haben könnten.

Die oberflächennächste davon komme als Ort für vergangenes Leben infrage.

Im McLaughlin-Krater, einem der tiefsten Bassins der Marsoberfläche, habe die Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" Hinweise auf eisen- und magnesiumhaltige Tonmineralien gefunden, die untypisch für die übliche Mars-Umwelt seien. Sie könnten durch eine Grundwasserausbruch entstanden sein.

Weitere Beobachtungen weisen nach Angaben der Forscher auf einen ehemaligen grundwassergespeisten See im Krater hin.

Hinweise auf solche möglichen Grundwasserausbrüche seien selten auf dem Mars, und der McLaughlin-Krater daher ein lohnendes Ziel für eine künftige Marsmission, meinen die Forscher.

Denn in den Sedimenten eines solchen Sees wären zahlreiche Informationen über ein ehemaliges Grundwassernetz und mögliche Lebewesen eingefroren.

(dpa/ph)
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