10.01.13

Australien

Python klammert sich an Qantas-Tragfläche

Blinder Passagier während eines Qantas-Fluges in Australien: An der Tragfläche kämpft eine Riesenschlange gegen Flugwind und Frost. Immer wieder schlägt das blutüberströmte Tier gegen das Flugzeug.

Foto: Screenshot Die Welt

Diese Schlange flog auf der Tragfläche eines Passagierfliegers mit – und sorgte für eine Menge Aufregung an Bord
Diese Schlange flog auf der Tragfläche eines Passagierfliegers mit – und sorgte für eine Menge Aufregung an Bord

Der Qantas-Flug 191 nach Papua-Neuguinea war gerade 20 Minuten in der Luft, als eine Passagierin laut "Sydney Morning Herald" eine Schlange bemerkte: Das Tier befand sich unterhalb der Triebwerksaufhängung der Propellermaschine, wo es sich in einer Spalte versteckt hatte.

Ein Fluggast gab später zu Protokoll, die Schlange sei zunächst gut versteckt gewesen. Irgendwann habe sie jedoch der Fahrtwind erfasst. Die Schlange versuchte verzweifelt, sich an die Maschine zu klammern. Von diesem Zeitpunkt an habe der Überlebenskampf der Schlange die ganze Maschine in Atem gehalten – sogar die Piloten hätten abwechselnd einen Blick auf das Drama geworfen.

Noch nie gegeben

Schlangen-Experte Rick Shine von der Universität von Sydney sagte dem "Morning Herald", bei dem Tier handele es sich um einen Neuguinea-Amethystpython, der mit maximal vier Meter Länge größten Schlange Australiens. Sie komme im nördlichen Queensland vor und verstecke sich bei der Jagd nach Beute gerne unterhalb von Gebäudedecken.

Allerdings habe er noch nie gehört, dass ein solches Exemplar es sich in einem Flugzeug bequem gemacht habe, so Shine. Wie die Fluggesellschaft übrigens auch: Eine Sprecherin sagte der Zeitung, einen derartigen Vorfall habe es bei Qantas bislang noch nicht gegeben.

Überlebte das Tier?

Obwohl das Tier genug mit sich selbst zu tun hatte, stellt sich natürlich die Frage, ob zu irgendeinem Zeitpunkt auch eine Gefahr für die Passagiere bestand. Paul Cousins von der australischen Vereinigung der Luftfahrtingenieure beschwichtigt: Die Schlange habe von ihrer Position keine Chance gehabt, in das Innere der Kabine zu gelangen.

Bei seiner außergewöhnlichen Flugreise musste sich der Python nicht nur gegen enorme Windgeschwindigkeiten wehren, sondern auch gegen Außentemperaturen von etwa minus zwölf Grad. Sogar im Sinkflug kämpfte das blutüberströmte Tier den Berichten zufolge noch um sein Leben, obwohl sein Körper immer wieder gegen das Flugzeug geschleudert wurde. Zwar konnte Passagier Robert Weber nach dem Aufsetzen der Maschine noch ein Lebenszeichen bei der Schlange entdecken ("Als wir landeten sah ich aus dem Fenster, und das Ding hat sich immer noch bewegt").

Die "Sun" schreibt jedoch, das Tier sei einem Mitglied der Crew zufolge später verendet.

Quelle: ire
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