31.12.12

Silvesterböller

Das Gefährlichste ist die kurze Impulsstärke

Während die Risiken von Handverletzungen durch Knaller allgemein bekannt sein dürften, werden die Gefahren von Hörschäden unterschätzt: Was explosionsartigen Schall so gefährlich macht.

Foto: pa

Schön, laut und gefährlich: Hörschäden nach dem Silvesterfeuerwerk sind keine Seltenheit
Schön, laut und gefährlich: Hörschäden nach dem Silvesterfeuerwerk sind keine Seltenheit

Nach Angaben von HNO-Ärzten erleiden jährlich rund 8000 Deutsche zu Silvester Verletzungen des Innenohrs durch Feuerwerkskörper. Mehr als ein Drittel behalten durch ein solches "Knalltrauma" bleibende Schäden wie Tinnitus und Hörverlust. In schweren Fällen können sogar Trommelfelle einreißen und die Gehörknöchelchen verletzt werden.

Explosionsartiger Schall ist extrem gefährlich, weil er plötzlich und für die Ohren völlig unvorbereitet auftritt. Man hat praktisch keine Chance, sich abzuwenden oder die Hände schützend vor die Ohren zu halten.

Außerdem hat das Gehör keinerlei Möglichkeit, sich darauf einzustellen, wie das zum Beispiel bei Dauerlärm oder lauter Musik der Fall ist. Besonders gefährdet sind Kinder, die selbst das Risiko noch nicht einschätzen und in gefährliche Nähe von Knallkörpern geraten können.

Lautstärke-Empfindung nimmt bei kurzem Impuls ab

Das besondere Problem bei explodierenden Feuerwerkskörpern ist die kurze Impulsdauer der Lautstärke. Bei einem sehr kurzen Impuls nimmt die Lautstärke-Empfindung ab, so dass ein schädigender Pegel gar nicht als störend wahrgenommen wird.

Bei explodieren Feuerwerkskörper in weniger als zwei Metern Nähe erreichen die Schallimpulse Spitzen von bis zu 160 Dezibel. Schreckschusspistolen erreichen sogar über 180 Dezibel. Zum Vergleich: Ein startendes Düsenflugzeug entwickelt in 30 Metern Entfernung einen Schalldruckpegel von 150 Dezibel.

Ein durch Feuerwerkskörper verursachtes Knalltrauma kann lebenslange Folgen haben. Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC) empfiehlt deshalb, in der Silvesternacht die Ohren beispielsweise mit Ohrstöpsel zu schützen und großen Lärm zu meiden.

In vielen Fällen bleibt das Gehör für immer geschädigt

Seien die Ohren dennoch einer Explosion ausgesetzt gewesen, und bestünden noch am folgenden Tag Ohrengeräusche oder Hörminderung, sollte ein Arzt aufgesucht werden, rät Roland Laszig, Generalsekretär der DGHNO KHC.Dieser verschreibe gegebenenfalls durchblutungsfördernde Medikamente und Kortison. "

"Die Symptome eines Knalltraumas klingen zwar häufig ab. Doch in vielen Fällen bleibt das Gehör für Monate, Jahre oder sogar lebenslang geschädigt", sagt der Experte.

Die DGHNO KHC kritisierte die Bundesregierung: Die deutsche Sprengstoffverordnung sei 2010 deutlich gelockert worden. Statt 200 Gramm Sprengmasse dürfe eine Feuerwerksbatterie nun 500 Gramm beinhalten. "Laien zündeln jetzt mit Sprengstoffmengen, die bislang nur Pyrotechniker zugänglich waren" warnt Laszig.

Quelle: dpa/dapd/AFP/oc
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
U.S. President Barack Obama and First Lady Michelle wave as they board Air Force One to depart from Berlin
19.06.13Minutenprotokoll
Obama in Berlin – Bye Bye, Mr. President

US-Präsident Barack Obama, Ehefrau Michelle und die Töchter Sasha und Malia haben in Berlin ein eng getaktetes Programm absolviert. Der Tag der Obamas im Minutenprotokoll. mehr...

Dritter Gang  Königsberger Klopse, Rote Bete und Stampfkartoffel
19.06.13Abendessen
Obamas Berliner Menü - die Rezepte zum Nachkochen

Eigentlich hat Zwei-Sterne-Koch Tim Raue ein Faible für Asien – für den Empfang des US-Präsidenten und die Kanzlerin kocht er aber bodenständig. Ein Gericht ist trotzdem sehr aufwendig geraten. mehr...

Obama in Berlin
19.06.13Obama in Berlin
Michelle Obama und ihr Gespür für Mode - eine Stilkritik

Besonders Michelle Obama zieht mit ihrem Outfit die Blicke auf sich. Ihre Töchter Sasha und Malia stehen ihr da in nichts nach. Wir zeigen, wie stylish der Berlin-Ausflug der Präsidentenfamilie ist. mehr...


„Das Internet ist für uns alle Neuland“, sagte Kanzlerin Merkel in einer Pressekonferenz mit US-Präsident Obama
19.06.13Häme bei Twitter
"Die kleine Angela möchte aus #neuland abgeholt werden"

Mit einer Bemerkung über das Internet zog Kanzlerin Merkel im Netz viel Spott auf sich. In Sekundenschnelle wurde "#Neuland" zum meistdiskutierten Begriff auf Twitter in Deutschland. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Top-Thema

Aus dem Bett ihrer Suite im „Ritz-Carlton“ kann das Präsidentenpaar auf den Potsdamer Platz schauen
Obamas Hotel in Berlin

Hier übernachtet die First Familiy

Video Nachrichten mehr
Berlin-Besuch Obamas Rede in voller Länge
Berlin-Besuch Absperrungen und Hitze am Brandenburger Tor
Deutschland-Besuch Familie Obama zu Gast in Berlin
Berlin-Besuch Obama von Bundespräsident Gauck empfangen
 
title
Abi 2012

Hier finden Sie eine Übersicht der Abiturienten.mehr

1085783744.jpg
Ausbildung 2013

Ratschläge zur erfolgreichen Gestaltung und zur Berufswahlmehr

Bildschirmfoto 2013-05-07 um 15.39.57.png
Outletcenter

Diese Outletcenter bieten gute Ware zu günstigen Preisen... mehr

Top Bildershows mehr
US-Präsident

Barack Obama und sein Tag in Berlin

Eigenes Programm

First Lady Michelle Obama in Berlin

First Lady

Das ist die Stilikone Michelle Obama

Staatsbesuch

Von Kennedy bis Bush – US-Präsidenten in Berlin

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote