29.12.12

Ernährung

Mehlwürmer besser als Rinder, Schweine und Hühner

Was niederländische Forscher vorschlagen, dürfte vielen Menschen auf den Magen schlagen: Der Umwelt zuliebe empfehlen sie Mehlwürmer als alternative Proteinquelle zu Huhn, Schwein oder Rind.

Mehlwürmer bieten Forschern zufolge als tierische Eiweißquelle eine umweltfreundliche Alternative zu Rind, Schwein, Geflügel oder Milchprodukten.

Im Vergleich zur sonstigen Tierhaltung benötige die Kultivierung dieser Insekten im Verhältnis zum Ertrag wenig Land und schone das Klima, berechnen Dennis Oonincx und Imke de Boer von der niederländischen Universität Wageningen im Journal "PLoS One". Diese Proteinquelle werde angesichts der wachsenden Weltbevölkerung immer wichtiger.

Bedarf an tierischem Eiweiß steigt

Tatsächlich steigt der Bedarf an tierischem Eiweiß stetig: Bis zum Jahr 2050 rechnen die Wissenschaftler damit, dass der Konsum um 70 bis 80 Prozent zunehmen wird. Schon jetzt nutzt der Viehsektor 70 Prozent aller landwirtschaftlich genutzten Flächen und trägt 15 Prozent zu den menschlich verursachten Treibhausgas-Emissionen bei, schreiben die Forscher aus den Niederlanden.

Schon früher haben Wissenschaftler Insekten als nachhaltige Quelle von tierischem Eiweiß vorgeschlagen. Nun berechneten und verglichen die beiden Forscher den Aufwand, der für die Haltung von Mehlwürmern, Schweinen, Rindern und Hühnern notwendig ist, um die gleiche Menge an Protein zu erzeugen. Dabei achteten sie auf die Klimaverträglichkeit, den Bedarf an fossilen Energieträgern und den Landverbrauch.

Klimabilanz für Mehlwürmer wesentlich besser

Beim Verbrauch fossiler Energieträger schneidet nur die Produktion von Milch und Hühnern besser ab als die Mehlwurm-Kultivierung – bedingt dadurch, dass Mehlwürmer zur optimalen Entwicklung Wärme benötigen.

Dagegen fällt die Klimabilanz für Mehlwürmer wesentlich besser aus als für alle anderen Produkte, insbesondere im Vergleich zu Rindern. Auch beim Landverbrauch benötigen Mehlwurm-Farmen nur einen Bruchteil jener Fläche, die für die gleiche Proteinmenge an Milch oder Fleisch anfällt, heißt es in "PLoS One".

Wegen der wachsenden Weltbevölkerung sei dies für die Zukunft besonders wichtig, betonen die Forscher. "Mehlwürmer benötigen für die Produktion von einem Kilogramm essbaren Protein nur 43 Prozent der für Milch nötigen Landfläche und nur zehn Prozent des Landes, das für die Produktion von Rindfleisch benutzt wird", schreiben sie. Daher solle man Mehlwürmer als nachhaltige Alternative zu Milchprodukten, Huhn, Schwein oder Rind betrachten.

Quelle: dpa/oc
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