27.12.12

Ophtalmologie

Ursache für Augenerkrankung ausfindig gemacht

Menschen mit retinalem Astvenenverschluss – einem Blutgerinnsel im Auge – sehen nur noch verschwommen. Ihr zentrales Sichtfeld ist defekt. Die Ursache ist unklar. Nun sind ihr Forscher näher gekommen.

Von Rebecca Winkels

Mehr als 14 Millionen Menschen leiden weltweit an einem retinalen Astvenenverschluss. Dabei werden Blutgefäße blockiert, die das Blut von der Netzhaut des Auges kanalisieren sollen. Eine Art Blutgerinnsel, das im Auge entsteht, führt bei Betroffenen für verschwommene Sicht oder ein defektes zentrales Sichtfeld. Darüber hinaus sind Menschen mit dieser Krankheit besonders anfällig für Diabetes, Bluthochdruck und andere schwere Erkrankungen.

Eine im British Medical Journal veröffentlichte Studie könnte nun Aufschluss über die Ursache geben. Dieser zufolge weist alles darauf hin, dass eine Verdickung der Arterienwand die Krankheit verursacht.

Um zu verstehen, was genau passiert, hilft das Bild eines Gartenschlauchs. "Wenn man sich einen Gartenschlauch vorstellt, der von einem anderen, dickeren Gartenschlauch eingequetscht wird, dann fließt durch den eingequetschten kein Wasser mehr. So ungefähr ist das auch, wenn eine Vene von einer verdickten Arterie eingeengt wird", sagt Mette Bertelsen, Studentin an der Universität von Kopenhagen und Autorin der Studie. "Die Folgen für den Bluttransport sind verheerend. Es kommt zu einem Gerinnsel."

Senken des Blutdrucks enorm wichtig

Um solche Rückschlüsse auf die Krankheitsursache ziehen zu können, analysierten Bertelsen und ihre Kollegen Daten von 1168 Betroffenen und verglichen deren Krankheitsbilder und Sterberate mit Daten von 116.800 gesunden Menschen.

Dabei zeigte sich, dass Patienten die an einem retinalen Astvenenverschluss leiden, anfälliger für arterielle Krankheiten sowohl im Gehirn als auch im Herzen sind – aber nicht anfälliger für venöse Krankheiten.

"Deshalb ist es wichtig, dass Ärzte betroffene Patienten mit Medikamenten behandeln, die den Blutdruck senken. Nur so kann verhindert werden, dass Blutgerinnsel im Herzen oder im Gehirn entstehen", sagt Mette Bertelsen. "Die Krankheit ist oft auch ein Hinweis darauf, dass ein erhöhtes Risiko zur Entstehung von Blutgerinnseln in anderen Körperregionen besteht", fügt Bertelsen hinzu.

Gerinnungshemmende Mittel sind hingegen unnötig, da sie nicht die Ursache, sondern die Folge behandeln. Die neu gewonnenen Ergebnisse könnten schon bald dazu führen, dass zumindest einige der 14 Millionen Menschen wieder einen klaren Durchblick bekommen.

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