27.12.12

Mathematik

Warum sich Zahlenfans auf 2013 freuen können

Wer abergläubisch ist, denkt vielleicht mit mulmigen Gefühlen an das kommende Jahr. Doch zum Glück wird es nur zweimal einen Freitag, den 13., geben. Zahlenbegeisterte Menschen dürfen sich sogar freuen.

Foto: picture-alliance/ dpa-infografik

Im Kalender steht, dass 2013 zwei Freitage hat, die auf einen 13. fallen – im September und Dezember. Noch mehr Brückentage erfreuen die Herzen jeden Arbeitnehmers
Im Kalender steht, dass 2013 zwei Freitage hat, die auf einen 13. fallen – im September und Dezember. Noch mehr Brückentage erfreuen die Herzen jeden Arbeitnehmers

Im Märchen von Dornröschen hat die 13. Fee keine Einladung und belegt die Schöne mit einem bösen Fluch. Heutzutage schläft ein Hotelgast selten im Zimmer Nummer 13. Und es soll Menschen geben, die sich am Freitag, den 13., erst gar nicht aus dem Haus wagen. Viele Geschichten und auch Ängste ranken sich um die Zahl, die auf das runde Dutzend folgt.

Das Jahr 2013 dürfte spannend werden, etwa für Mathematiker, Esoteriker und Abergläubische. Denn nicht nur die Zahl 13 fällt in der Ziffernfolge auf. Dahinter verbirgt sich noch mehr.

Zahlenspiele für Zahlenfans

"Ich spiele mit Daten und Zahlen, weil es einfach Spaß macht", sagt Zahlenexperte Heinrich Hemme, der an der FH Aachen Physik lehrt – und legt gleich los. 20 minus 13 ist 7. "Sie ist in vielen Kulturen eine Glückszahl." 20 plus 13 ergibt 33: "Sie gilt als Todesalter Jesu." Das Magazin "The Economist" schrieb, dass in der neuen Jahreszahl alle Ziffern unterschiedlich sind, erstmals seit 1987.

Der Naturwissenschaftler zeigt eine Spur von Begeisterung, als er auf die Quersumme von 2013 verweist: 6. "Das ist etwas Besonderes und recht selten. Die 6 ist eine vollkommene Zahl, also eine Zahl, die gleich der Summe ihrer Teiler ist. Die nächst größere vollkommene Zahl ist 28." Nach dem Jahr 1500 sei die Quersumme der Jahreszahl erst zweimal wieder eine vollkommene Zahl gewesen: 1999 und 2004.

Im Kalender steht, dass 2013 zwei Freitage hat, die auf einen 13. fallen, im September und Dezember. Ohnehin gibt es laut Hemme keine andere Kombination aus Wochentag und Tageszahl, die häufiger vorkomme. "Das ist reine Mathematik, kein Aberglaube."

Beschleicht den Professor ein merkwürdiges Gefühl, wenn er an das nächste Jahr denkt? "Ich bin da völlig leidenschaftslos", sagt Hemme. Er denke rational und habe noch nicht einmal eine Lieblingszahl. Nicht wenige Menschen sind jedoch zumindest ein wenig abergläubisch.

Auch der Aberglaube an Zahlen gibt Halt

"Jede Art von Glauben gibt Halt", erklärt der Psychologe Peter Groß aus Köln. Das könne der Glaube an Gott, Feen oder eben Zahlen sein. So fühlten sich manche Menschen sicher: "Ich bin der Wissende und kann mich schützen", erklärt Groß.

"Die Anfälligkeit für Aberglaube korreliert ein bisschen mit dem Bildungsniveau." Je höher der Bildungsgrad, desto stärker sei das Rationale ausgeprägt, "da das gesamte Bildungssystem uns ja ständig Ratio und Logik abverlangt", sagt der Psychologe. Mancher Aberglaube setze sich im Laufe der Zeit – etwa wegen selektiver Wahrnehmung – einfach fest. "Was die meisten glauben, wird für die Wahrheit gehalten und nicht mehr hinterfragt."

Nicht immer ist der böse 13. ein Freitag

Freitag, der 13., gilt nicht nur einigen Menschen in Deutschland als Unglückstag. Skepsis ist zum Beispiel auch bei den Nachbarn in Österreich und in den Niederlanden angesagt. In Griechenland und auf Zypern ist der gefährliche Tag allerdings nicht Freitag, sondern Dienstag, der 13.

Im sonst sehr abergläubischen China hat das Jahr 2013 oder die Zahl 13 keine besondere Bedeutung. In der jungen Popkultur dort und in Taiwan wird aber mit Worten und Zahlen gespielt: Die Aussprache von 2013 auf Chinesisch klingt ein bisschen wie "Ich liebe dich ein ganzes Leben". Ein guter Tag für eine Hochzeit ist demnach zum Beispiel der 13. Januar 2013 wegen der doppelten 13: "Ich liebe dich ein ganzes Leben und noch ein ganzes Leben" – also besonders lange.

In Frankreich weckt die Zahl 13 unterschiedliche Assoziationen. Einige Menschen vermeiden es unbedingt, mit dieser Anzahl Menschen um einen Tisch zu sitzen. In der Provence werden zu Weihnachten dagegen zum "le gros souper" 13 Desserts gereicht, bestehend zum Beispiel aus getrockneten und frischen Früchten und speziellen Kuchen. Beim Tarot-Spiel, das aus Frankreich stammen soll, heißt die Karte mit der Nummer 13 übrigens "La Mort", der Tod.

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