24.12.12

Astrophysik

Spektakulärer Meteoritenritt zur Erde aufgeklärt

Im April 2012 zog ein Feuerball über den Himmel Kaliforniens: Da stürzte ein einst 40 Tonnen schwerer Meteorit ab. Forscher hatten Glück und konnten Alter und Herkunft bestimmen.

Foto: Nasa / Eric James

Diese Bruchstücke stammen vom Sutter's-Mill-Meteoriten
Diese Bruchstücke stammen vom Sutter's-Mill-Meteoriten

Acht Monate nach dem spektakulären Feuerball über Kalifornien haben Forscher ihre Analysen des niedergegangenen Meteoriten vorgestellt. Das kosmische Geschoss war demnach ursprünglich rund 40 Tonnen schwer und gehört zu einer relativ seltenen Gruppe namens kohlige Chondrite. Diese enthalten oft besonders altes Material aus der Urzeit des Sonnensystems, wie das Team um Peter Jenniskens vom Seti-Institut in Mountain View (Kalifornien) im US-Fachblatt "Science" berichtet.

Den Absturz des Meteoriten, der am Taghimmel weithin als heller Feuerball zu sehen war, hatten im vergangenen April auch mehrere Wetterradarstationen beobachtet. Dank der Aufzeichnungen konnten Forscher nur zwei Tage später Dutzende Bruchstücke des Brockens bergen und so nahezu unverfälscht untersuchen.

Mit 103.000 Kilometern pro Stunde

Der Meteorit wurde nach einer der Hauptfundstellen am Fuße der Sierra Nevada Sutter's-Mill-Meteorit getauft. Den Analysen zufolge raste der im Durchmesser vermutlich 2,5 bis 4 Meter große Brocken mit rekordverdächtigen 103.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre. Dabei setzte er die Energie von vier Kilotonnen TNT frei. Er zerbrach bereits rund 48 Kilometer über der Erdoberfläche – das ist höher als bei allen anderen beobachteten Meteoriten.

Von dem ursprünglich rund 40 Tonnen schweren Stein fanden die Forscher bis heute 943 Gramm in 77 Bruchstücken. Die Analyse zeigt, dass der Sutter's-Mill-Meteorit mit nur etwa 100.000 Jahren ungewöhnlich kurz durchs All vagabundierte. Wahrscheinlich stammt er aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, wie die Forscher aus seiner Flugbahn schließen.

Oberflächen von Meteoriten komplexer als angenommen

Teilbereiche des Brockens müssen demnach einmal auf mehrere Hundert Grad Celsius erhitzt worden sein. Beim Absturz auf die Erde wurde die Oberfläche des kosmischen Geschosses vermutlich mehr als 700 Grad heiß, allerdings lediglich für etwa 1,5 Sekunden, schreiben die Forscher. Das reiche nicht, um den Stein weiter innen so stark zu erhitzen, um die beobachteten Strukturen zu erklären. Alternativ könne der Meteorit bereits stark erhitzt worden sein, als er aus seinem Mutterasteroiden herausgeschlagen wurde.

Die Analyse der verschiedenen Meteoriten-Bruchstücke illustriere, dass die Oberflächen der potenziellen Mutterasteroiden komplexer seien als bislang angenommen, schreiben die Astronomen. Die schnelle Verwitterung auf der Erde lösche auf solchen Meteoriten normalerweise vermutlich viele Spuren aus, die von inneren und äußeren Prozessen auf diesen Asteroiden stammten.

Deren Erkundung bleibe daher vor allem Weltraummissionen vorbehalten, die unverfälschte Gesteinsproben von Asteroiden einsammeln und zur Erde zurückbringen sollen.

Quelle: dpa/cl
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Bei den Lohnverhandlungen gab es eine Einigung bei den BVG
15:55Lohnverhandlungen
Beschäftigte werden an Erfolg der BVG beteiligt

Die Löhne der BVG-Beschäftigten sollen in drei Schritten bis 2015 erhöht werden. Das ist das Ergebnis der Tarifverhandlungen. Außerdem gibt es eine Erfolgsbeteiligung. Ein Streik ist abgewendet. mehr...


An der Fleischtheke eines Supermarktes starb der 82 Jahre alte Marcel M.
14:55Mord an Fleischtheke
Mutmaßlicher Messerstecher – Hausmeister fühlte sich bedroht

Marcel M. starb mit 82 Jahren, nachdem er an der Fleischtheke niedergestochen wurde. Den mutmaßlichen Täter kennen die meisten Nachbarn nicht, ein Hausmeister erinnert sich aber an eine Begegnung. mehr...


Rocket-Internet-Geschäftsführer Alexander Kudlich in der Firmenzentrale in Mitte
13:32Rocket Internet
100 Millionen Dollar für Expansion von Zalando-Klon Zalora

Der von Rocket Internet nach dem Zalando-Vorbild in Südostasien gegründete Modeversender Zalora geht auf Expansionskurs. Finanziert von Kinnevik, Summit Partners und Tengelmann. mehr...


Maskierte Polizisten durchsuchen wegen des Verdachts der Bildung einer linksextremistischen Vereinigung ein Haus in Magdeburg
Aktualisiert vor 17 MinutenKriminalität
Hausdurchsuchungen bei mutmaßlichen Linksextremisten

In Berlin und Magdeburg hat die Polizei Objekte von mutmaßlichen Linksextremisten durchsucht. Dabei soll es sich um eine Gruppe handeln, die mehrere Sprengstoffanschläge in Berlin verübt. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Himmelskörper erklärt
  • Meteoriten

    Bei Meteoriten handelt es sich um nicht vollständig verglühte kosmische Brocken, die auf der Erde einschlagen. Diese Trümmer aus dem Weltall können von Kometen, Asteroiden oder anderen Planeten abgesprengt worden sein.

  • Meteor oder Sternschnuppe

    Die Leuchterscheinung am Himmel wird dagegen Meteor oder Sternschnuppe genannt. Sie wird außer von Meteoriten auch von vollständig verglühenden Partikeln aus dem All verursacht.

  • Boliden

    Sternschnuppen können gut am klaren Nachthimmel beobachtet werden, sehr selten sind sie aber auch tagsüber zu sehen. Sie treten nicht nur sporadisch auf, sondern auch in Schwärmen wie die Lyriden oder die Perseiden. Auch besonders helle Objekte – sogenannte Boliden oder Feuerkugeln – sind keine Seltenheit.

  • Kometen

    Wie „schmutzige Schneebälle“ bestehen Kometen aus Eis, das mit Mineralien vermischt ist. Ebenso wie die Erde sind sie vor vier bis fünf Milliarden Jahren aus einer kosmischen Staubwolke entstanden. Kometen bewegen sich auf einer meist elliptischen Umlaufbahn um die Sonne. Sie enthalten die ursprüngliche Materie in tiefgekühltem Zustand und sind für die Wissenschaft daher besonders interessant. Ihre Größe kann zwischen einigen hundert Metern und mehreren Kilometern Durchmesser liegen.

    Sichtbar werden die durchs All rasenden Eis- und Gesteinsbrocken erst, wenn sie in den Bereich der inneren Planeten vordringen, näher an die Sonne herankommen und dann erwärmt werden. Die hierdurch freigesetzten Gase und die von ihnen mitgerissenen Staubteilchen lassen sie am Himmel nebelartig und verwaschen erscheinen. Häufig sind sie mit einem langen, leuchtenden Schweif versehen. Viele Kometen sind per Fernrohr, nur wenige mit bloßem Auge sichtbar.

  • Und nun die Zahlen

    Pro Jahr erreichen nach Expertenschätzungen mehr als 19.000 Meteoriten von einer Masse über 100 Gramm die Erdoberfläche und hinterlassen bei einem Einschlag zum Teil tiefe Krater. Die meisten dieser Himmelskörper stürzen aber ins Meer oder auf unbewohntes Gebiet. Hobby-Astronomen haben nur alle paar Jahre die Chance, einen der bis zu 180.000 Stundenkilometer schnellen Meteoriten am Himmel zu beobachten. Der bislang größte Meteorit wurde 1920 in Namibia gefunden, der Eisenmeteorit wiegt etwa 55 Tonnen. dpa

Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Oklahoma Wiedersehen nach dem schweren Tornado
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
US-Kongress Apple verteidigt Steuersparmodell
Xbox One Microsoft stellt neue Spielkonsole vor
 
title
Abi 2012

Hier finden Sie eine Übersicht der Abiturienten.mehr

1085783744.jpg
Ausbildung 2013

Ratschläge zur erfolgreichen Gestaltung und zur Berufswahlmehr

Bildschirmfoto 2013-05-07 um 15.39.57.png
Outletcenter

Diese Outletcenter bieten gute Ware zu günstigen Preisen... mehr

Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote