14.12.12

Mangelnder Schutz

Bundeswehrverband sorgt sich um Patriot-Crew

Sollte das syrische Regime chemische Waffen einsetzen, sind die deutschen Soldaten, die in die Türkei entsandt werden sollen, nach Einschätzung des Bundeswehrverbandes nicht hinreichend geschützt.

Foto: dapd

Starteinheit des Raketensystems Patriot der Bundeswehr. Der Bundeswehrverband ist in Sorge um die Sicherheit der deutschen Soldaten, die an die türkisch-syrisceh Grenze verlegt werden sollen
Starteinheit des Raketensystems Patriot der Bundeswehr. Der Bundeswehrverband ist in Sorge um die Sicherheit der deutschen Soldaten, die an die türkisch-syrisceh Grenze verlegt werden sollen

Der Bundeswehrverband fürchtet, dass die 400 deutschen Soldaten beim geplanten Nato-Einsatz an der türkisch-syrischen Grenze nicht ausreichend gegen den Einsatz von chemischen Waffen geschützt sind. Der Verbandsvorsitzende Ulrich Kirsch sagte der Berliner Morgenpost, dass der "Kräfteansatz" für den Einsatz in der Türkei für den Betrieb der beiden Patriot-Staffeln "zunächst" wohlkalkuliert scheine.

"Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass ein Anteil für den ABC-Schutz vor Ort von vornherein eingeplant worden wäre", kritisierte Kirsch. Er warnte: "Sollte das Assad-Regime tatsächlich chemische Kampfstoffe einsetzen, reicht es nicht, diese Kräfte in Deutschland vorzuhalten."

Der Bundestag will an diesem Freitag über die Entsendung von zwei Flugabwehr-Staffeln mit bis zu 400 Soldaten für ein Jahr in die Türkei entscheiden. SPD und Grüne haben signalisiert, das neue Bundeswehrmandat mitzutragen.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte in der ersten Lesung am Mittwoch es als eine Pflicht für Deutschland bezeichnet, dem Nato-Partner Türkei gegen eine syrische Bedrohung beizustehen.

Auch USA sollen Patriot-Entsendung planen

Einem Bericht der "New York Times" zufolge haben auch die USA die Verlegung von Patriot-Abwehrraketen an die türkisch-syrische Grenze in die Wege geleitet. US-Verteidigungsminister Leon Panetta habe die entsprechenden Befehle unterzeichnet.

Betroffen sind demnach zwei Raketen-Batterien und 400 Soldaten. Von den insgesamt sechs Einheiten sollen je zwei aus den USA, aus Deutschland und den Niederlanden kommen und unter dem Kommando der Nato stehen. Bis Ende Januar sollen sie einsatzbereit sein.

Die Türkei ist zunehmend besorgt, dass der syrische Bürgerkrieg auf ihr Territorium übergreift. Sie hat deshalb die Nato-Bündnispartner um die Stationierung der Flugabwehrraketen gebeten.

Quelle: DW/Reuters/ks
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