09.12.12

Panne im All

Russischer Satellit verfehlt geplante Umlaufbahn

Weiterer Rückschlag für die Raumfahrtnation Russland: Nach einer Panne rast der tonnenschwere Satellit "Jamal-402" auf der falschen Umlaufbahn um die Erde. Grund ist wohl eine defekte Trägerrakete.

Foto: AFP

Der Satellit war vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan an Bord einer Proton-M-Rakete gestartet. Auftraggeber ist die Raumfahrt- und Telekommunikationssparte des Gaskonzerns Gazprom
Der Satellit war vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan an Bord einer Proton-M-Rakete gestartet. Auftraggeber ist die Raumfahrt- und Telekommunikationssparte des Gaskonzerns Gazprom

Russlands Raumfahrt hat erneut einen Fehlschlag erlitten. Der am Samstag gestartete Telekommunikationssatellit "Jamal-402" hat wegen eines technischen Fehlers seinen geostationären Zielorbit nicht erreicht, wie die Raumfahrtagentur Roskosmos in Moskau mitteilte. Die Oberstufe der "Proton-M"-Trägerrakete habe den Satelliten vier Minuten zu früh ausgesetzt.

Eine Sonderkommission soll nun die Ursache des Fehlers untersuchen und Maßnahmen erarbeiten, um den Raumflugkörper noch zu retten. Die Flugleitzentrale versuche nun in einem komplizierten Manöver, den 4,5 Tonnen schweren Nachrichtensatelliten Jamal-402 mit Hilfe seiner Motoren doch noch auf den richtigen Kurs zu bringen. Das teilte die Raumfahrtbehörde Roskosmos laut der Agentur Ria Nowosti in Moskau mit. Fraglich sei dann nur, ob seine Treibstoffvorräte danach für die geplante Betriebszeit reichen.

Oberstufen-Triebwerk zu früh ausgesetzt

"Jamal-402" war am Samstag um 14.13 Uhr deutscher Zeit vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan aufgestiegen. Die ersten drei Stufen der Trägerrakete haben normal funktioniert und den Satelliten auf die Erdumlaufbahn gebracht. Auf dem Weg von dort in den geostationären Orbit waren vier Zündungen der "Bris-M"-Oberstufe vorgesehen. Drei davon verliefen nach Plan. Bei der vierten arbeiteten die Oberstufen-Triebwerke jedoch statt neun nur fünf Minuten.

Auftraggeber ist der Gaskonzern Gazprom

Der 4,5 Tonnen schwere Satellit des Betreibers Gazprom Space Systems sollte Kunden vornehmlich in Russland, aber auch in West- und Mitteleuropa, dem Nahen Osten und Nordafrika mit modernen Dienstleistungen versorgen. Seine Lebensdauer wird mit 15 Jahren angegeben.

Russland hat in letzter Zeit erhebliche Schwierigkeiten vor allem mit den Oberstufen seiner Trägerraketen. Als Ursache wird das mangelhafte Qualitätsmanagement bei den Herstellern angesehen. Erst im August hatte Russland zwei Nachrichtensatelliten wegen einer defekten Proton-M-Trägerrakete verloren. Diesmal habe die Rakete den Satelliten vier Minuten zu früh ausgesetzt, hieß es.

Quelle: dapd/dpa/oc
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