Studie
US-Regierung nimmt erstmals Klimawandel ernst
Freitag, 20. November 2009 16:28Es ist die bislang klarste Aussage des Weißen Hauses zum Klimawandel: Demnach sind in den USA negative Veränderungen ganzer Ökosysteme durch die Erderwärmung bereits Realität. Die Regierung von Barack Obama bezieht sich auf einen neuen Klimabericht. Konkret werden extreme Wetterphänomene, Dürren und Waldbrände genannt.

Foto: Nasa
Der Klimawandel kennt keine Grenzen: Laut dem neuen Klimabericht der Obama-Regierung sind in den USA schädliche Folgen schon längst Realität.
Ein Schwerpunkt des Berichts liegt auch auf den Problemen im Zusammenhang mit Niederschlägen: Weite Landesteile im Südwesten werden verstärkt unter Trockenperioden leiden, andere mehr Überschwemmungen bekommen. „Dies ist nichts Theoretisches, das in 50 Jahren passieren wird. Die Dinge passieren jetzt“, erklärte Koautor Anthony Janetos von der Universität Maryland.
Der Bericht enthält keine neuen Forschungsergebnisse, er stützt sich vielmehr auf bekannte Veröffentlichungen in zahlreichen Fachzeitschriften und Studien, die er zu einem Gesamtbild zusammenfasst. Die Negativereignisse nähmen mit fortschreitender Erderwärmung zu, schreiben die Autoren. So würden ganze Ökosysteme verändert, was Auswirkungen auf das Überleben einiger Arten haben könne.
Sollte nichts gegen die drohende Klimakatastrophe unternommen werden, droht dem Bericht zufolge eine Reihe dramatischer Entwicklungen. Hitzewellen würden häufiger und intensiver werden. Heftigere Regenfälle führten zu mehr Überschwemmungen, steigende Meerestemperaturen bedrohten Korallenriffe und die damit verbundenen Ökosysteme. Waldbrände nähmen in den USA bereits jetzt zu und kämen bei steigender Erderwärmung noch öfter vor.
Einen Zeitrahmen, wann diese Entwicklungen eintreten könnten, nannten die Autoren der Studie aber nicht. Auch beinhaltet der Bericht keine konkreten politischen Gegenmaßnahmen. An der Studie arbeiteten Wissenschaftler von rund einem Dutzend staatlicher Forschungseinrichtungen, großen Unis und unabhängigen Instituten mit.
Der US-Kongress berät derzeit ein umfangreiches Gesetzespaket über ein System zum Emissionshandel, das es in den USA bislang nicht gibt. Danach soll der Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um 17 Prozent unter das Niveau von 2005 gedrückt werden und danach um 80 Prozent bis zum Jahr 2050. In Europa ist hingegen eine Reduzierung um 20 Prozent unter das Niveau von 1990 bis 2020 angepeilt.dpa/ap/oc
Erschienen am 17.06.2009
















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