18.11.12

Wirbelstürme

Marsrover "Curiosity" übersteht Staubteufel

Mindestens einen Sturm hat der Roboter bereits über sich ergehen lassen müssen. Die Daten dazu überraschen die Forscher. Denn der Wind weht stärker als gedacht und kommt aus einer anderen Richtung.

Foto: dpa

Fünf Happen Marssand hat Curiosity bereits analysiert. Die Spuren seiner Schaufel sieht man hier im Sand
Fünf Happen Marssand hat Curiosity bereits analysiert. Die Spuren seiner Schaufel sieht man hier im Sand

Der Marsrover "Curiosity" hat in seinen ersten drei Monaten auf dem Roten Planeten schon mindestens einen Sturm miterlebt. Darauf deuten unter anderem Messergebnisse des Luftdrucks, des Windes und der Temperatur hin, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte.

Der Forschungsroboter sei auf so etwas eingestellt und unbeschadet. Die Hauptrichtung, aus der der Wind dem Rover entgegenbläst, hat die Wissenschaftler unterdessen überrascht: Anders, als die Forscher vermutet hatten, weht er nicht aus nördlichen und südlichen, sondern hauptsächlich aus östlichen und westlichen Richtungen.

Das könne daran liegen, dass "Curiosity" (Neugier) sich derzeit noch geschützt am Rand eines Kraters befinde. "Wenn wir da keine Veränderungen sehen, wenn "Curiosity" den Berg "Sharp" hochfährt – das wäre eine echte Überraschung", sagte die Nasa-Wissenschaftlerin Claire Newman.

Die Wetterdaten, die "Curiosity" bislang zur Erde gefunkt hat, legen es nahe, dass es auf dem Mars starke Wirbelstürme gibt. Möglicherweise sind kleinere, so genannte "Staubteufel" bereits mehrfach über den kleinen Rover hinweggefegt. Schon andere Marsrover hatten Wirbelwinde auf dem Mars detektiert.

Manuel de la Torre Juarez vom Jet Propulsion Laboratory der US-Raumfahrtbehörde sagte: "Staubteufel sehen genauso aus, wie man es aus Filmen kennt: Es sind kleine Tornados, die viel Staub in die Höhe saugen."

Für das Verständnis des Marsklimas sei eine Analyse dieser Wirbelwinde sehr wichtig, da das Klima auf dem Mars vor allem von seinem Staubkreislauf bestimmt werde. Ist viel Staub in der Atmosphäre, so erwärme sich der Planet.

Der bislang teuerste und technisch ausgefeilteste Marsrover war vor rund drei Monaten auf dem Roten Planeten gelandet. Er soll dort unter anderem nach Spuren von Leben suchen.

In der vergangenen Woche hatte Ashwin Vasavada, stellvertretender Leiter der "Curiosity"-Mission mitgeteilt, dass der Rover demnächst wieder in Bewegung gesetzt werden soll.

Er hatte zuletzt einen Monat lang an einer Stelle gestanden und von dort Bodenproben genommen und analysiert.

Quelle: dpa/ph
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