09.11.12

Paläontologie

Neue Saurierart mit Hörnern und Stacheln entdeckt

Der "Xenoceratops foremostensis" war ein zwei Tonnen schwerer und sechs Meter langer Pflanzenfresser mit äußerst ungewöhnlichem Gesicht. Forschern bringt der Fund Erkenntnisse über spätere Arten.

Von Stefan Parsch
Foto: dpa

Nordamerikanische Wissenschaftler haben den Namen einer neuen Dinosaurierart bekannt gegeben: Fragmente des Xenoceratops lagerten 50 Jahre lang im Museum
Nordamerikanische Wissenschaftler haben den Namen einer neuen Dinosaurierart bekannt gegeben: Fragmente des Xenoceratops lagerten 50 Jahre lang im Museum

Nordamerikanische Forscher haben einen zwei Tonnen schweren Dinosaurier mit Hörnern beschrieben. Der Pflanzenfresser war etwa sechs Meter lang und hatte ein Maul in der Form eines Papageienschnabels. Michael Ryan vom Naturhistorischen Museum in Cleveland (US-Staat Ohio) und zwei kanadische Kollegen präsentieren ihn im "Canadian Journal of Earth Sciences".

Die Wissenschaftler nannten das Tier Xenoceratops foremostensis. Xenoceratops heißt übersetzt "Fremdes Horngesicht", der älteste Fundort der Dino-Fragmente liegt bei Foremost im kanadischen Bundesstaat Alberta. Das Team wählte den Namen wegen des seltsamen Musters der Hörner auf dem Schädel und der recht seltenen Funde dieser Art.

Xenoceratops gehörte zu den Vogelbeckendinosauriern. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Gruppe ist Triceratops (Dreihorngesicht), der bereits vor mehr als 120 Jahren wissenschaftlich beschrieben wurde.

Neue Saurierart lagerte im Museum

Auch Teile des nun identifizierten Hornsauriers sind schon über 50 Jahre alt: Die ältesten Fragmente der mindestens drei bisher bekannten Xenoteratops-Schädel stammen aus Grabungen von 1958 nahe des Ortes Foremost.

Ryan und der Kanadier David Evans von der Universität Toronto entdeckten die noch unbeschriebenen Fossilien unter anderem in einem kanadischen Museum, analysierten sie genauer und erkannten eine neue Saurierart.

"Vor 80 Millionen Jahren entwickelten sich die schweren Horndinosaurier in Nordamerika explosionsartig", schreiben Ryan und seine Kollegen. Der Fund zeige, dass schon die ältesten bekannten Vertreter dieser Gruppe massive Hörner hatten und dass sich lediglich die Gestaltung der Schädelknochen bei späteren Arten verändert habe.

Neben zwei Hörnern über den Augenbrauen besaß Xenoceratops zwei massive Stacheln an der Halskrause auf der Rückseite des Schädels.

Quelle: dpa
Quelle: DW
01.10.2012 3:25 min.
Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft.
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